Merbeck: Afrika zu Gast in St. Maternus

Merbeck : Afrika zu Gast in St. Maternus

Mit der "Nacht der offenen Kirchen" neues Leben in die Gotteshäuser bringen: Dieses Experiment ist in Merbeck gelungen. Mit einer afrikanischen Nacht wurde aus der katholischen Pfarrkirche St. Maternus eine lebendige Begegnungsstätte für die verschiedenen Kulturen.

Jung und alt trafen sich am Freitag Abend zu später Stunde in der heimelig wirkenden Kirche, um die sakrale Stätte einmal ganz anders zu erleben. Das ungewöhnlichste Bild boten die dampfenden Töpfe vor dem Seitenaltar. Die Frauen des Pfarrgemeinderats hatten zur Stärkung der Besucher eine schmackhafte Linsensuppe aus Ägypten gekocht. Der Eine-Welt-Laden aus Waldniel präsentierte an seinem Verkaufsstand fair gehandelten Kaffee, bunte Tücher und bemalte Holzeier und fand mit seinen Produkten viele interessierte Käufer.

Körbe und Schnitzereien

Exotisches Flair verbreitete bei der Nacht der offenen Kirchen, die Ausstellung afrikanischer Gebrauchsgegenstände mit bedruckten Gewändern, Musikinstrumenten, Körben und Schnitzereien. Für die Kinder, die an diesem Abend ihre Kirche bevölkerten, waren besonders die Trommeln und Rasseln interessant, die sie in der Werkstatt für afrikanische Instrumente auch nachbauen konnten. Mit der geflochtenen Krankentrage transportierte sich der Nachwuchs mit großem Eifer durch die Kirchenbänke.

Einer der Höhepunkte des Abends war die einstündige Messe, die von Abbé George Rukundo aus Burundi zelebriert wurde. Unter der engagierten Leitung von Karl Hütz präsentierte der Kirchenchor Cäcilia Merbeck geistliche Lieder in Kirundi, der Landessprache Burundis. Die Fürbitten bezogen sich auf die Kriegssituation im Irak.

An den Gottesdienst schloss sich ein Konzert des "Kleinen Chores" an, der mit seinen Liedern einen Bogen vom Hochbarock zu traditionellen Gospeln schlug und mit begeistertem Beifall der "Kirchennachtschwärmer" bedacht wurde. Afrikanisches Trommeln rundete diesen gelungenen Abend ab. Ein Experiment, das Appetit auf mehr macht.