Tüschenbroich: „Adelsgeschlechter” aus 40 Jahren trafen sich

Tüschenbroich : „Adelsgeschlechter” aus 40 Jahren trafen sich

Einmal König, immer König - diese Devise mag nach Abschaffung der Erbmonarchie zwar nicht mehr gelten, aber dennoch ließ die St. Lambertus-Schützenbruderschaft anlässlich ihrer Prunkkirmes noch einmal den Glanz alter Zeiten aufleben.

Mehr als 20 Majestäten der vergangenen vier Jahrzehnte gaben sich am Samstagabend im großen Festzelt ein munteres Stelldichein und repräsentierten somit ein prunkvolles Stück Vereinsgeschichte. Die Schützenbrüder kamen auf diese originelle Idee , weil in diesem Jahr kein neues Königspaar den Thron bestiegen hatte.

„Zur Erinnerung an das Treffen der Schützenkönige” steht auf den schmucken Ehrenurkunden, die der stellvertretende Brudermeister Willibert Jennissen an die stolzen „Adelsgeschlechter” verlieh. Gemäß der Etikette baten die Majestäten im Anschluss daran zum Ehrenwalzer.

Zwischen der Regentschaft des „dienstältesten” und des aktuellsten Königspaares liegen ganze 41 Jahre. Ewald und Marlies Boenki ließen sich 1960 krönen, Walter und Gudrun Spanier herrschten erst im vergangenen Jahr über ihre Untertanen. Gleich zwei Mal in Folge nahm Heinrich Schmitz das Zepter in die Hand, nämlich 1974 als Schützenkönig sowie 1975 als Bezirksschützenkönig.

Eines hat sich über diesen langen Zeitraum mit Sicherheit nicht verändert: die Freude darüber, einmal König oder Königin sein zu dürfen und der respektvolle Umgang mit der Tradition gemäß des Wahlspruches Glaube, Sitte, Heimat. Bestätigen könnten das höchstwahrscheinlich die beiden Ehrenmitglieder Leo Jentgens und Lambert Gellissen.

Während Jentges der St. Lambertus-Bruderschaft seit einem halben Jahrhundert die Treue hält, blickt Gellissen sogar auf eine 70-jährige Mitgliedschaft zurück.

Selbstverständlich gebührte auch der Schützenjugend ein nicht kleiner Teil der Aufmerksamkeit. In einem feierlichen Zeremoniell überreichte Präses Pater Josef Schülerprinz Frank Kunz die Schülerprinzenkette. Stets zur Seite stehen ihm seine beiden Minister Thomas Boms und Markus Sieben.

Vor den Ehrungen der Majestäten hieß es jedoch erst einmal: „Präsentiert das Gewehr.” Ohne einen zünftigen Einmarsch der einzelnen Schützenabteilungen geht bei einer Prunkkirmes, die wirklich etwas auf sich hält, schließlich gar nichts. Mit von der Partie waren die Marinezüge Scharnhorst und Brunbeck, der Jägerzug, der St. Lambertus-Schützenzug, der Melonenzug, die Matrosen und nicht zuletzt auch die Offiziere.