Achtung! Radfahrer von vorne

Achtung! Radfahrer von vorne

Erkelenz (an-o) - Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung (Stawi) sprach sich in seiner jüngsten Sitzung dafür aus, den Radfahrern weiterhin zu erlauben, die Einbahnstraße Aachener Straße in Gegenrichtung zu befahren. Es gab nur zwei Gegenstimmen.

Gegen den Verwaltungsvorschlag votierten vehement die Ratsherren Karl-Heinz Frings von der Bürgerpartei und Axel Wilms von der UWG. Frings erklärte, es sei unsinnig, das Befahren der Aachener Straße in Gegenrichtung zu erlauben, wo die Radfahrer doch die Patersgasse benutzen könnten. Das bedeute für sie lediglich einen Umweg von 35 Metern.

Angesichts einer Handvoll Anwohner der Aachener Straße, die der Sitzung im Alten Rathaus als Zuhörer folgten, wogte die Diskussion natürlich heftig hin und her, bevor es zur Abstimmung kam.

Nur ein Verkehrsunfall

Erster Beigeordneter Heiner Gotzen betonte zu Beginn der Beratung, während des Probejahres habe es lediglich einen Verkehrsunfall gegeben, an dem ein Radfahrer beteiligt war. Und der sei gegen eine Autotür gefahren, die plötzlich geöffnet wurde. Gotzen: "Das Unfallgeschehen auf der Aachener Straße ist laut Erkenntnissen der Polizei unauffällig." Gotzen warnte davor, die Aachener Straße für den Radverkehr in Gegenrichtung zu schließen. Die Radfahrer würden sich daran nicht halten. Gotzen weiter: "Durch dieses Fehlverhalten, mit dem der Autofahrer nicht unbedingt rechnen muss, würde ein erhöhtes Unfallpotenzial geschaffen.

Für die SPD-Fraktion begrüßte Ratsherr Ferdinand Kehren den Verwaltungsvorschlag, schließlich sei es in der engen Innenstadt unmöglich, breite Radwege anzulegen. Von den Verkehrsteilnehmern erwartete der Sprecher der SPD-Fraktion gegenseitige Rücksichtnahme.

Früher eine blühende Geschäftsstraße

Im weiteren Verlauf der Diskussion erinnerte Karl-Heinz Frings Heiner Gotzen daran, das die Aachener Straße einmal eine blühende Geschäftsstraße gewesen sei. Jetzt könnten die dort liegenden Geschäfte wegen des absoluten Halteverbots nur verbotswidrig beliefert werden. Der Vertreter der Bürgerpartei warnte: "Bald werden dort noch mehr Geschäfte schließen. Und leere Ladenlokale haben wir doch schon genug in der Innenstadt."

Damit die Innenstadt in der Vorweihnachtszeit für die Kunden attraktiv ist, sprach sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung einhellig dafür aus, dass sich die Stadt auch in diesem Jahr an den Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung beteiligen soll. Der Gewerbering erhält 50 Prozent der Gesamtkosten, höchstens aber 7670 Euro.