Wassenberg: Abbruch wegen Bergschäden ab Montag

Wassenberg : Abbruch wegen Bergschäden ab Montag

Der am Montag, 3. November, nach einer Mitteilung im Stadtrat wegen Bergschäden beginnende Abbruch der Häuserzeilen Roermonder Straße/Synagogengasse bedeutet einen schwerwiegenden Eingriff in den historischen Stadtkern und eine zurzeit noch nicht abwägbare Gefährdung der Gedenkstätte „ehemalige Synagoge”.

Das Gedenken an die Zerstörung der Wassenberger Synagoge am Morgen des 10. November 1938 ist, wie auch aus verschiedenen Stellungnahmen des Heimatvereins und der CDU-Fraktion im Stadtrat hervorgeht, wichtig in einer kleinen Stadt, in der schon seit dem frühen 14. Jahrhundert Bürger christlichen und jüdischen Glaubens friedlich miteinander gelebt haben.

Allein schon der Name „Betty-Reis-Schule” für die Wassenberger Gesamtschule spiegelt die Verpflichtung, in das Andenken an das jüdische Mädchen Betty Reis aus der „Brühl” auch ihre getöteten oder geflüchteten jüdischen Mitbürger einzubeziehen.

Dazu gehört seit Jahren die kleine Gedenkstätte mit einem Mauerrest und eine Gedenktafel in der Synagogengasse.

Die CDU-Fraktion brachte im Stadtrat erneut ihre Vorstellungen vor, auf welche Weise der Gedenkbereich schon beim Abbruch und auch bei der Neugestaltung des gesamten Bereiches nachhaltig geschützt und einbezogen bleiben kann.

Sie beantragte, unter Berücksichtigung des zur Roermonder Straße weisenden „Abbruchkantenbereiches” (Bergabriss) den zum Burgweg weisenden rückwärtigen Bereich der Häuser Nummer 16, 18 und 20 durch die Stadt vom EBV zu erwerben und hier die Neugestaltung planerisch festzulegen.

Dabei soll die Mauer „Synagogenstandort” unter allen Umständen dauerhaft von den Abrissarbeiten bis zur Fertigstellung einbezogen bleiben. Bei einem Grundstückserwerb soll die Sicherung des Synagogenmauerteils verankert werden.

Die Verwaltung wurde gebeten, dem Rat ein Konzept für die Neugestaltung vorzulegen. Dabei soll auch die Parkplatzknappheit in diesem Innenstadtbereich berücksichtigt werden.

Sollte allerdings der Grunderwerb nicht zustande kommen, soll für eine dauerhafte Sicherung des Mauerrestes an gleicher Stelle Sorge getragen werden. In der Sitzung des Bauausschusses soll ein Konzept vorgelegt werden.

Die Verwaltung konnte dem Stadtrat bereits drei Varianten für eine Lösung vorlegen. Die Variante C entspricht in etwa den Vorstellungen der antragstellenden Fraktion.

Danach bleibt unter Berücksichtigung der Abrisskante (muss frei bleiben) eine Aufteilung in ein Wohn- und Geschäftshaus an der Seite Synagogengasse, die Anbringung von 14 Stellplätzen im mittleren Bereich, ein weiteres, rückwärts gelegenes Ladenlokal und die Anlage eines fußläufigen Weges parallel zur Roermonder Straße zwischen Abrissgelände und Burgberg als Angebot.

Am Beginn des Fußweges ist ein Treppenaufgang zur Burg eingeplant. Der Fußweg würde auch eine Direktverbindung zum großen Parkplatz an der ehemaligen Burg-Apotheke schaffen. Stadtfeste und andere Veranstaltungen im Stadtkern Roßtorplatz könnten von dem Parkplatzangebot mit Vernetzung untereinander profitieren.

Der Stadtrat stimmte mit Mehrheit dem aufgezeigten Verfahrensweg und vor allem dem unabdingbaren Erhalt der Gedenkstätte „Synagoge” in würdiger Form zu.