Kreis Heinsberg: 93 Betriebe betroffen von der Blauzungenkrankheit

Kreis Heinsberg : 93 Betriebe betroffen von der Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit hat sich in diesem Jahr auch im Kreis Heinsberg in einem weitaus stärkeren Maße ausgebreitet als 2006.

Wie Ulrich Hollwitz, der Pressesprecher des Kreises Heinsberg, am Donnerstag auf Anfrage erklärte, seien aktuell 93 Betriebe betroffen: 62 mit Rinderhaltung (vorwiegend mit Milchvieh) und 31 mit Schafhaltung (überwiegend Hobbyhalter). Allein in den vergangenen drei Wochen seien 60 tote Schafe und 30 verendete Rinder gezählt worden.

Auch in den Nachbarregionen breitet sich die Krankheit vermehrt in Rinderbeständen aus, so sind im Kreis Viersen insgesamt 69 Betriebe betroffen: 40 mit Rinder- und 29 mit Schafhaltung.

Von Expertenseite wird immer wieder betont, dass die Blauzungenkrankheit keine Gefahr für den Menschen darstelle. Fleisch und Milchprodukte könnten daher bedenkenlos konsumiert werden.

Nach Expertenangaben kann die Erkrankung bei den Tieren ohne erkennbare Krankheitsanzeichen verlaufen. In einigen Fällen haben die Tiere aber massive Krankheitserscheinungen. Acht bis zehn Tage nach der Infektion steigt die Körpertemperatur.

Die Maulschleimhäute erscheinen gerötet und schwellen an. Die Tiere speicheln stark und haben Schaum vor dem Mund. Die Zunge schwillt an und wird blau. Wegen der Schwellung kann die Zunge aus dem Maul heraushängen. Im weiteren Verlauf der Krankheit zeigen sich Erosionen (Geschwüre) am so genannten Flotzmaul zwischen Naseneingang und Oberlippe und der Nasenschleimhaut.

Es kommt zu eitrigem Nasenausfluss. Infolge einer Veränderung am Kronsaum der Klauen sind vermehrt Lahmheiten festzustellen. Für Tiere mit diesen massiven klinischen Erscheinungen kann die Infektion tödlich enden. In solchen Fällen wird auch ein Einschläfern in Erwägung gezogen.

Jeder Verdacht auf Blauzungenkrankheit muss dem Veterinäramt gemeldet werden.

Die Tierhalter dürften auf einen frühen Kälteeinbruch hoffen. Denn durchschnittliche Tagestemperaturen unter zehn Grad und Nachtfrost für ein bis zwei Wochen würden - so die Experten - die übertragenden Mücken dezimieren und damit das Infektionsrisiko für die Wiederkäuer sinken lassen.