Kreis Heinsberg: 900 Besucherinnen nehmen an Jubiläumswallfahrt

Kreis Heinsberg : 900 Besucherinnen nehmen an Jubiläumswallfahrt

Sturzartiger Regen „jenseits” der Rur machte für viele Frauen aus der Region Heinsberg die frühherbstliche „Wallfahrt der Frauen” zum Birgelener Pützchen zu einem Wagnis. Doch es war wie ein kleines Wunder: „Diesseits” der Rur tröpfelte es nur leicht.

„Es scheint, als ob der Himmel ein Einsehen hätte, wenn wir uns hier im Wald versammeln wollen”, meinte eine ältere Dame, die zu den 900 Besucherinnen zählte, die einen unvergesslichen Nachmittag an dieser uralten Stätte des Gebetes erlebten.

Es war zugleich eine Jubiläumswallfahrt. Vor 60 Jahren hatten sie die Frauen aus Effeld begründet, die aus ihrem Grenzdorf zum Pützchen pilgerten, um für die Rückkehr ihrer Männer und Söhne aus der Kriegsgefangenschaft zu beten. Manche dieser ersten Pilgerinnen leben nicht mehr.

Doch ihr Beispiel macht auch heute noch Schule, denn die Frauenwallfahrt der Region Heinsberg, die sich später entwickelte, ist bis heute ein fester Bestandteil des gemeinsamen Betens am Pützchen geblieben, das seine Wurzeln im Vertrauen auf Gott und seine mütterliche Fürsprecherin Maria hat.

Die sorgsam zusammengestellten Gebetstexte des Vorbereitungsteams und im besonderen die Predigt von Generalvikar Manfred von Holtum zum Thema „Füllt die Krüge mit Wasser!” stellten dieses unbedingte Vertrauen in den Mittelpunkt des Denkens, Fühlens und Handelns, das Maria bei der „Hochzeit zu Kanaa” den Jüngern anempfahl: Was Er Euch sagt, das tut! Maria habe keine vorwurfsvollen Worte gefunden, erteilte keinen Befehl - „Nun tu doch etwas!” - es sei eher ein freundschaftliches Besorgtsein gegenüber den Gastgebern, die in eine peinliche Situation geraten sind.

Maria übernehme eine prophetische Rolle in ihrer Weitsicht, die über die Bedürfnisse des täglichen Lebens hinausgeht. Generalvikar von Holtum wurde auch hier verstanden: „Deshalb, meine lieben Pilgerinnen, dürfen wir die heutige Wallfahrt als ein großes Trostzeichen sehen, weil wir nicht allein sind, sondern viele mit ihren Anliegen und Sorgen die Gemeinschaft des Pilgerweges, die Gemeinschaft des Betens und Singens, aber auch die Gemeinschaft des Vertrauens teilen.

Die Worte Mariens sind ermutigend auch für uns, denn es sind prophetische Worte. Nehmen wir sie mit als Geschenk auf unserem weiteren Weg!” In den einleitenden Begrüßungsworten von Sabine Mevissen, der Frauenseelsorgerin für die Region Heinsberg, und von Katja Wegener, die viele Jahre lang die Frauenwallfahrt mit dem Vorbereitungsteam begleitet hat, waren besonders die Frauen aus Effeld und die vielen Helfer und Helferinnen einbezogen.

Ein besonderer Gruß galt Pfarrer i.R. Willi Steinrath, der als Pastor von Birgelen die Gebetswallfahrten und Gebetsnachmittage am Pützchen begleitet hat und heute noch eifriger Pilger auf dem Stationsweg ist.

Die Männer der Caritaswerkstatt Schierwaldenrath und Männer aus mehreren Pfarren hatten 900 Stühle aus städtischen Hallen transportiert und aufgestellt. Allen zusammen galt herzlicher Dank. Die Kollekte des Nachmittages mit 1675 Euro wird diesmal geteilt. Sie geht an die Flutopfer in mehreren Ländern Afrikas, die durch verheerenden Regen bedroht sind, sowie an die Kinderspeisung in Brasilien in verschiedenen Einrichtungen, in denen mehr als 700 Kinder täglich ein warmes Essen bekommen.

Im Wassenberger Pfarrheim am Stiftsplatz, in der Begegnungsstätte am Pontorsonplatz und in verschiedenen Gaststätten trafen sich noch viele Pilgerinnen bei Kaffee und Kuchen und Gesprächen. Es zeigte sich wieder, dass die Frauenwallfahrt der Region eine besondere kommunikative Bedeutung hat im Zusammenwirken mit dem gemeinsamen Gebet. Die musikalische Begleitung des Nachmittages lag beim Organisten Ronkartz aus Oberbruch.