Geilenkirchen: 400 Kriegsgegner vor der Awacs-Basis

Geilenkirchen : 400 Kriegsgegner vor der Awacs-Basis

Fast 400 Frauen und Männer riefen mit einer symbolischen Blockade der Nato Airbase Geilenkirchen am Samstag zur Ablehnung des drohenden Irak-Krieges auf.

Initiiert hatte die Kundgebung die internationale katholische Friedensbewegung „Pax Christi”. Andere Friedensgruppierungen aus ganz Nordrhein-Westfalen hatten sich dem Aufruf der Pax Christi-Gruppe Bonn angeschlossen.

„No war”, „Resist for peace” oder „Frieden KRIEGT man nicht” war auf den Plakaten zu lesen, welche die Demonstranten in Teveren präsentierten.

Der Nato-Verband schloss das Haupttor, die Awacs-Angehörigen wurden durch ein anderes Tor umgeleitet. So kam es nicht zu nennenswerten Behinderungen der wenigen am Samstag arbeitenden Verbandsangehörigen.

Gegen 13.15 Uhr begannen die ersten wenigen Pax Christi-Mitglieder unter Anleitung von Martin Singe mit dem Auslegen von Plakaten auf der Fahrbahn.

Zunächst fuhren die Autos noch über die Plakatierung, doch nachdem sich dann schon über 100 Demonstranten eingefunden hatten, schlossen die Männer der Civil Guard um 13.38 Uhr das Haupttor.

Zwischenzeitlich war auch die Polizei unter der Einsatzleitung von Polizeioberrat Rüdiger Arndt präsent und begann mit Umleitungsmaßnahmen für den Verkehr im Nahbereich.

„Punkerfeten statt Atomraketen” lautete das Motto einer Gruppe Teverener Punker. „Just for fun” nutzten die Jugendlichen die Gelegenheit als Forum für ihre musikalischen Beiträge und rollten gleich ein zweites Plakat aus: „Gitarren statt Knarren”.

Ganz in ihrer Nähe hatte sich ein Handwerksmeister aus dem Kreis mit seinem Schild postiert: „Kein Blut für Öl”, lautete sein Appell, und er hatte auch eine Rechtfertigung für seinen Spruch parat.

„Ich habe Kinder und Kindeskinder und möchte, dass sie die Welt friedvoll erleben. Darum erhebe ich meine Stimme und mache auf das Elend aufmerksam, das sich bei einem Krieg im Irak abspielen wird - und das alles nur wegen Öl”, gab er seine Meinung kund.

„Steigt aus aus diesem System”, forderte Martin Singe von Pax Christi die Soldaten über Megaphon auf. Singe: „Wir wollen ein Symbol gegen den Krieg setzen. Mit dieser Aktion soll insbesondere gegen die geplante Beteiligung der hier stationierten Bundeswehrsoldaten der Awacs-Besatzungen im Rahmen der Vorbereitung, beziehungsweise Durchführung eines Krieges gegen den Irak protestiert werden”.

Sein Pax Christi-Mitstreiter Armin Lauven erklärte, auf der Nato Airbase werde der Krieg aktiv vorbereitet.

Gerhard Diefenbach, Vorsitzender vom Verein Aachener Friedenspreis, appellierte „Nie wieder Krieg”. „Wir wollen zu einer friedlichen Beilegung von Konflikten beitragen. Es darf nicht sein, dass zur Sicherung von Rohstoffquellen andere Staaten überfallen werden”, sagte Diefenbach.

„Hussein gehört vor einen internationalen Gerichtshof”, gab er zu verstehen. Aber um seiner habhaft zu werden, dürfe kein Krieg begonnen werden.

Die Gefahr eines Krieges sah auch der Aachener Pfarrer Herbert Käfer und verwies auf das Grundgebot „Du sollst nicht töten”. „Jesus verurteilt nicht nur das Töten, sondern auch schon die Gedanken, die zum Töten führen”, erklärte der Geistliche.

Eine symbolische Sitzblockade vor dem Haupttor gehörte zum weiteren Verlauf der Friedensdemo. Die Aktion gegen den Irak-Krieg verlief friedlich, und mit dem Lied „We shall overcome” von Joan Baez neigte sich die Kundgebung langsam ihrem Ende zu.

Die von Pax Christi geplante Übergabe einer von mehr als 200 Personen unterzeichneten Unterschriftenliste von Pax Christi an den Kommandeur des Deutschen Anteils beim Nato E-3A-Verband, Oberst Reinhard Mack, scheiterte allerdings.

Die Unterzeichner hatten die Bundeswehrsoldaten aufgerufen, jede Beteiligung an einem Krieg gegen den Irak zu verweigern, auch in einem Awacs-Flugzeug. Wegen der Aufforderung zur Befehlsverweigerung wurde die Unterschriftenliste nicht angenommen.