Kreis Heinsberg: 40 Jahre Museumsbahn: Auftakt im Juli 1969 ganz ohne Festreden

Kreis Heinsberg : 40 Jahre Museumsbahn: Auftakt im Juli 1969 ganz ohne Festreden

Die Selfkantbahn von Geilenkirchen-Gillrath nach Gangelt-Schierwaldenrath ist seit vielen Jahrzehnten ein nicht wegzudenkender Anziehungspunkt im Kreis Heinsberg für Ausflügler und Eisenbahnfreunde.

Pünktlich und zuverlässig sorgen die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr (IHS) dafür, dass die historischen Dampfzüge jeden Sonntag zur Mitfahrt bereit stehen.

Doch was waren die Anfänge? Diese liegen jetzt genau 40 Jahre zurück. Es war ein Vorgänger der IHS, die Vereinigung Westdeutscher Schmalspurfreunde (VWS), die im Juli 1969 mit der Diesellokomotive V 11 der Geilenkirchener Kreisbahn und dem Beiwagen 212 der Aachener Straßenbahn den Betrieb zwischen Geilenkirchen und Gillrath aufnahm.

Ganz ohne Festreden und mit nur wenigen Fahrgästen setzte sich dieser Zug am Bahnsteig des Kreisbahnhofs in Geilenkirchen in Bewegung, dort, wo heute der Parkplatz der West Energie und Verkehr zu finden ist.

Die VWS war im Dezember 1967 gegründet worden und wollte zunächst einen schmalspurigen Museumsbahnbetrieb im Sauerland aufbauen. Das Vorhaben zerschlug sich jedoch, und eigentlich mehr zufällig fand der junge Verein seine Heimat bei der Kreisbahn in Geilenkirchen, die sich gegenüber diesem Projekt recht aufgeschlossen zeigte.

Der Name Selfkantbahn war noch gar nicht geschaffen, und die Handvoll Ehrenamtler wusste mit einem Eisenbahnbetrieb noch gar nichts so recht anzufangen und war daher vollständig auf das Know-how von Betriebsleiter Albert Schippers und Lokführer Willi Friedrichs angewiesen.

Die waren zwar guten Willens und unterstützten den jungen Verein nach Kräften, doch wollte es nicht gelingen, einen stabilen Betrieb zu errichten.

Der Mangel an Mitarbeitern und Fahrgästen sowie ein Ende 1969 aufgetretener Zwist unter den Vereinsmitgliedern führte dazu, dass noch im Dezember 1969 ein neuer Betreiber gegründet wurde, die IHS, unter deren Führung sich der Museumsbahnbetrieb - nach einer längeren Pause - im September 1970 neu formierte, mit neuen Fahrzeugen und neuen Mitarbeitern.

Die sorgten von da an für eine große und bis heute andauernde Kontinuität und kreierten im Jahr 1972 den Namen Selfkantbahn.

Geblieben ist als Zugpferd der ersten Stunde die Diesellokomotive V 11, die nach einem fast drei Jahrzehnte währenden Aufenthalt in Afrika 2001 zur Selfkantbahn zurückkehrte, und die Erinnerung einiger weniger Männer der ersten Stunde, die heute noch bei der Selfkantbahn tätig sind.

Der Beiwagen 212 wurde Mitte der 70er Jahre verschrottet, und auch die damals noch befahrbaren Eisenbahnstrecken der Kreisbahn von Geilenkirchen nach Gillrath und von Schierwaldenrath nach Gangelt sind schon vor knapp 40 Jahren abgebaut worden.