Geilenkirchen/Heinsberg: 37-Jähriger baut Marihuana in der Wohnung an

Geilenkirchen/Heinsberg : 37-Jähriger baut Marihuana in der Wohnung an

Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit Bewährung wurde jetzt vom Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz ein 37-Jähriger aus dem Kreis Heinsberg verurteilt.

Er hatte in der Zeit von November/Dezember 2001 bis zum 14. November 2002 in einer Heinsberger Ortschaft Marihuana in einem Wohnhaus angebaut.

Der Mann hatte zweimal geerntet. In seiner Wohnung fand die Polizei noch die gesamte Ernte von 5820 Gramm Marihuana mit einem Wirkstoffgehalt von 530 Gramm.

Was die Sache für den Angeklagten noch problematischer machte: In der Wohnung wurde auch noch ein Revolver gefunden, für den der Anklagte zwar einen Waffenbesitzschein nachweisen konnte, der aber im Zusammenhang mit der Straftat des Anbaus und des zu erwartenden Handels mit Betäubungsmitteln erschwerend zu werten ist.

So sieht es auch das Schöffengericht: „Fest steht nicht nur aufgrund des Geständnisses, dass Betäubungsmittel angebaut wurden. Der Angeklagte sah darin eine Möglichkeit, nachdem er beruflich nicht Fuß fassen konnte, zu Geld zu kommen.

Er kaufte die entsprechenden Gerätschaften, mietete ein Haus für 500 Euro an und erntete im Herbst 2001 und im Frühjahr 2002 insgesamt 5820 Gramm Marihuana”, begründete der Richter das Urteil.

Er habe einen Erlös von 2,40 Euro pro Gramm erzielen wollen. In Verbindung mit dem Revolver in der Wohnung könne man durchaus zum Schluss kommen, dass notfalls auch die Waffe eingesetzt worden wäre.

„Der Angeklagte hat zwar ein umfassendes Geständnis abgelegt und die Polizeibeamten bei der Verhaftung an seiner Arbeitsstelle darauf hingewiesen, dass sich in der Wohnung eine Schusswaffe befindet”, erläuterte der Richter. Das Gericht sei aber nur deshalb zur Strafe von zwei Jahren gekommen, weil dies die Höchststrafe sei, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

In seinem Plädoyer hatte Staatsanwalt Engels genau diese Strafe gefordert. Strafverteidiger Norbert Hack hatte begründet, dass sich die Waffe nur deshalb in dieser Wohnung befunden habe, weil der Angeklagte die kompletten Utensilien zum Anbau entfernt habe und er selbst in diese Wohnung eingezogen sei, nachdem er vorher woanders wohnte.

Auch er hatte eine Bewährungsstrafe gefordert, die jedoch „ein Jahr nicht übersteigen sollte.”