35.993 Euro als Beitrag zum Gemeinwohl

35.993 Euro als Beitrag zum Gemeinwohl

Kreis Heinsberg. Die zunehmende Verschuldung wird auch im Kreis Heinsberg durch die Umsetzung der Hartz-Gesetzgebung und der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe ab 2005 „weiter dramatisch beschleunigt”.

Diese Prognose stellte Diakonie-Geschäftsführer Herbert Hamann anlässlich der symbolischen Scheckübergabe von 35.993 Euro durch Horst Wiegand, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg, an die Trägern der von Diakonie und AWO betriebenen Schuldnerberatungsstelle in Hückelhoven.

„Große Herausforderungen kommen auf die Kommunen und Wohlfahrtsverbände zu”, meinte Hamann. „Teile der Bevölkerung, die heute noch nicht daran denken, dass die Veränderungen der sozialen Sicherung ihre Existenz gefährden, werden verstärkt Hilfe benötigen.”

Noch drastischer formulierte es Beratungsstellenleiter Wolfgang Meyer mit Blick auf den derzeit noch drohenden Zahlungsausfall für Sozialhilfeempfänger im Januar: „Das kann nur zur Katastrophe führen.”

Kreisdirektor Peter Deckers bezeichnete diese Prognose als richtig. Deckers begrüßte zur Scheckübergabe im Kreishaus neben Horst Wiegand den Geschäftsführer des Diakonischen Werk, Herbert Hamann, die Mitarbeiter der Schuldnerberatung Angelika Kusch-Fischer und Wolfgang Meyer sowie Wilhelm Schmitz als Repräsentant des AWO-Kreisverbandes Heinsberg.

Die Zahl der Beratungen stieg von 734 (2001) und 919 (2002) auf 1044 im Vorjahr. Neben Sozialhilfeempfängern und Langzeitarbeitslosen sind auch immer mehr frühere Selbständige, Kleingewerbetreibende, Angestellte und Beamte von Ver- und Überschuldung betroffen. Diakonie-Geschäftsführer Hamann von einer „Erfolgsgeschichte der Beratungsstelle mit traurigem Hintergrund”.

Horst Wiegand erinnerte daran, dass sich die Kreissparkasse seit 1998 für die sozialpolitisch-wichtige Schuldnerberatung engagiert. Damals habe noch niemand abschätzen können, wie sich Akzeptanz und Zulauf entwickeln. Wiegand würdigte die Beratungsstelle als nicht mehr wegzudenken mit vorbildlicher und erfolgreichen Betreuung und Beratung.

Die Kreissparkasse betrachte ihre finanzielle Unterstützung als Beitrag zum Gemeinwohl. Auch solle verdeutlicht werden, dass man sich nicht auf die Kompetenz als Finanzdienstleister beschränke, sondern aktive Hilfe leistet, Betroffenen den Weg aus der Schuldenfalle aufzuzeigen. So werde bereits bei der Kreditvergabe umfangreiche Aufklärungsarbeit über Risiken geleistet und in kritischen Fällen abgeraten.

Wiegand wünschte sich, dass auch die Banken der Auto- und Versandhäuser gesetzlich verpflichtet werden, Beiträge für die Finanzierung von Schuldnerberatungen zu leisten. Angesichts der derzeitigen Entwicklung sei zu erwarten, dass Schulden weiterhin ein drückendes soziales Problem bleiben, meinte der Kreisdirektor.

Deshalb werde der Kreis die Schuldnerberatung als oft „letzten rettenden Arm” weiterhin nach Kräften unterstützen, sagte Deckers. Im Namen der Träger der Beratungsstelle dankten Herbert Hamann (Diakonie) und Wilhelm Schmitz (AWO) der Kreissparkasse Heinsberg und dem Kreis für die Unterstützung.