Heinsberg: 347 neue Arbeitslose im Januar: Quote 9,7 Prozent

Heinsberg : 347 neue Arbeitslose im Januar: Quote 9,7 Prozent

Manfred Rieger, Leiter der Geschäftsstelle Heinsberg des Arbeitsamtes Aachen, hat einen solch starken Anstieg der Arbeitslosenzahl von einem zum anderen Monat auch noch nicht erlebt.

„Ich war selbst erschrocken, als ich die Zahlen sah. Ich dachte, das kann nicht sein. Das ist schon enorm. Ich habe in den Akten geblättert, das hatten wir noch nie.”

Um 9,8 Prozent oder 347 Personen nahm der Bestand arbeitsloser Männer und Frauen im Januar gegenüber Dezember zu. Zwar, so Rieger am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung, habe die Gesamtzahl bereits einmal über 4000 gelegen (Anfang 1997), doch der Anstieg sei diesmal so erschreckend.

Die Quote schnellte um 0,8 Prozentpunkte von 8,9 auf jetzt 9,7 hoch, die Gesamtzahl beträgt 3872. Der Vergleich zum Vorjahr fällt noch dramatischer aus. Gegenüber Januar 2002 ist die Arbeitslosenzahl um 646 oder 20 angestiegen; damals lag die Quote bei 8,3 .

Die Entwicklung, so Rieger weiter, sei aber nicht Heinsberg-typisch, im ganzen Bezirk Aachen sei die Quote um 0,8 Prozentpunkte angestiegen. Eine besonderes Ereignis, etwa die Insolvenz eines großen Betriebes, habe es nicht gegeben, verdeutlicht Rieger.

Die Entlassungswelle rolle durch alle Branchen und Altersgruppen, angefangen beim IT-Bereich bis hin zum Bausektor. Rieger: „Es gibt da keine Linie.” Betroffen seien unter anderem Handel, Handwerk, Gastronomie, Dienstleister und verarbeitendes Gewerbe. Ja sogar in den öffentlichen Verwaltungen „bewegt sich was”.

Dass etwa Anstreicher im Winter kaum Arbeit fänden, sei nicht neu, aber auch Heizungsbauer, Schlosser und andere Fachkräfte des Handwerks meldeten sich zunehmend arbeitslos, weil den Unternehmen, die bisher die Winterflauten überdauert hätten, nunmehr die Anschlussaufträge fehlten. Eine der wenigen positiven Ausnahmen bilde der Sozialpflege-Bereich.

Die Gesamtlage lasse auch nicht „den einen Grund” erkennen, betont Rieger, man könnte allenfalls sagen, die Konjunktur lahme, die Auftragslage sei schlecht, aber das seien Binsenweisheiten.

Den berühmten „Silberstreif” am Horizont” kann auch Rieger noch nicht entdecken. Im Gegenteil: „Die Dienstflure sind schwarz vor Menschen. Selbst in den Anfangstagen des Februars haben wir noch verstärkte Zugänge.”