Geilenkirchen/Heinsberg: 3000 Pillen von holländischem Autohändler

Geilenkirchen/Heinsberg : 3000 Pillen von holländischem Autohändler

Eine einjährige Bewährungsstrafe sprach das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz gegen einen 25-jährigen Angeklagten aus Heinsberg aus.

Das Gericht sah es trotz der Bedenken von Strafverteidiger Dieter Hausmann als erwiesen an, dass der Angeklagte in mindestens drei Fällen zumindest jeweils 1000 Ecstasy-Pillen aus den Niederlanden in das Bundesgebiet eingeführt hat. „Die Zeugen aus der Geilenkirchener Drogenszene haben sicherlich vieles vergessen, aber ihre Denk- und Merkfähigkeit ist ganz sicher nicht eingeschränkt”, erklärte der Richter.

Der Angeklagte sei zu der Gruppe hinzugestoßen, weil er ein weibliches Mitglied aus gemeinsamen Zeiten in einem Heinsberger Stadtteil kannte. In der Gruppe sei mit Ecstasy gehandelt worden. „Sie konnten sich sogar erinnern, dass die Pillen von einem Dealer bei einem Autohandel oder einer Autovermietung in den Niederlanden gekauft worden sind.”

Staatsanwältin Julia Göbbels hatte dem Angeklagten zunächst vorgeworfen, dreimal 2000 Ecstasy-Pillen aus den Niederlanden eingeführt zu haben. „Diese Drogen waren überwiegend zum Weiterverkauf bestimmt.”

Nur Marihuana

Der Angeklagte erklärte, dass er in der Zeit von Ende 2000 bis etwa Mai 2001 in der Geilenkirchener Gruppe verkehrt habe. „Ich wusste, dass es da um Drogen ging. Meine Bekannte aus der Gruppe und ich sind auch mehrfach in die Niederlande gefahren, aber da habe ich nur Marihuana für meinen eigenen Gebrauch, niemals Ecstasy-Pillen gekauft”, erklärte der Angeklagte.

Die Aussagen der Gruppenmitglieder sahen völlig anders aus. Sie erklärten übereinstimmend, dass der Angeklagte mindestens dreimal in die Niederlande gefahren sei, um Ecstasy-Pillen zu kaufen. Dabei erklärten sie, dass sie sich nach so langer Zeit zwar nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern könnten. Aber es sei klar, dass sie mehrfach Geld zusammengelegt hätten, damit eine solche Menge Pillen eingekauft werden konnte.

Staatsanwältin Julia Göbbels: „Die Anklage ist im Wesentlichen bestätigt.” Der Angeklagte sei nicht vorbelastet, deshalb beantrage sie eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten.

Völlig anders sah Strafverteidiger Dieter Hausmann den Sachverhalt: „Die Zeugen reichen wegen der vorhandenen Lücken im Gedächtnis nicht aus. Sie bekommen weder Zeiträume noch Mengen richtig zusammen.” Die Taten seien seinem Mandanten nicht nachzuweisen, deshalb könne das Urteil des Schöffengerichts nur Freispruch lauten.