Wassenberg: 300 Quadratmeter sind das Minimum

Wassenberg : 300 Quadratmeter sind das Minimum

Der nächste Schritt zur Umwandlung der Industriebrache „Frowein-Gelände” an der Erkelenzer Straße ist getan.

Mit 19 Ja- und vier Nein-Stimmen (3 SPD/1 NWI) hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung dem Durchführungsvertrag für den entsprechenden Bebauungsplan „Erkelenzer Straße/Alte Bahn” zugestimmt.

Die rund 19 000 m2 große Betriebsfläche soll mit Einzel- und Doppelhäusern sowie gegebenenfalls einer Seniorenresidenz in Form einer Eigentumswohnanlage bebaut werden.

Dem jetzigen Ratsbeschluss war eine längere Grundsatzdiskussion über die Festlegung von Mindestgrößen für Baugrundstücke im Stadtgebiet voraus gegangen. Ausgangspunkt war die Präzisierung des Paragraphen V 1 im Durchführungsvertrag.

Hatte es dort zunächst geheißen, dass rund 50 Wohneinheiten voraussichtlich als Doppel- und Einzelhäuser bzw. in einem Teilbereich südlich der „Alten Bahn” alternativ als Seniorenresidenz errichtet werden sollten, so wurde nun die Zahl der Wohneinheiten aus der Bestimmung herausgenommen und stattdessen festgelegt, dass die Mindestgröße der Baugrundstücke für Einzelhäuser 300 m2 und für Doppelhäuser 500 m2 beträgt.

Damit, so erläuterte Bürgermeister Manfred Erdweg, werde vermieden, dass möglicherweise zugunsten einiger sehr großer Baugrundstücke - etwa zum Wald hin - eine Vielzahl kleiner Grundstücke entstehe - beispielsweise entlang der Erkelenzer Straße.

Die Kritiker dieser mehrheitlich beschlossenen Quadratmeterzahl-Festlegungen forderten mindestens 400 bzw.

600 m2 als Grundstücksgrößen. „Junge Familien bezahlen auch gerne 400 m2”, meinte Leo Stassny (SPD) und warnte davor, schrittweise immer kleinere Grundstücksgrößen zuzulassen: „Wir haben in der Stadt schon genug Kaninchenställe gebaut”, meinte er. Keinesfalls dürfte ein neuer dicht bebauter „sozialer Brennpunkt” wie der Eichengrund oder die Kleeblattsiedlung entstehen.

Auch für 400 m2 gebe es noch Landesförderung, und für den Investor mache es keinen Unterschied, dieser bekomme jeden Quadratmeter bezahlt, so oder so.

„Aber der Investor muss die Grundstücke auch verkaufen können”, hielt Matthias Cremer (CDU) entgegen und machte auf die Entwicklung des Grundstücksmarktes aufmerksam. Cremer: „Wir sollten froh sein, dass sich überhaupt einer mit dem Abriss da befasst.”

Auch Kämmerer Willibert Darius wies auf die Marktlage hin, wonach große Baugrundstücke kaum mehr gefragt würden. Die wenigsten seien noch bereit, hunderte Quadratmeter zu pflegen.

Im Baugebiet Orsbecker Feld müsse sich die Stadt daher neue Wege zur Vermarktung einfallen lassen, und im Baugebiet Monesfeld wolle man künftig verfahren wie im Brucherfeld, wo kleinere Grundstücke durch große zentrale Grünbereiche ergänzt würden. Darius: „Das ist effektiver”.

Soziale Brennpunkte habe man übrigens nur dort, wo die Grundstücksgrößen bei 120 m2 lägen. Der von Leo Stassny geforderten Wahrung des ländlichen Charakters würden auch Flächen von 300 und 500 m2 durchaus gerecht.