Geilenkirchen: 29-Jähriger finanziert Autokauf mit Drogen

Geilenkirchen : 29-Jähriger finanziert Autokauf mit Drogen

Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten hat das Schöffengericht Geilenkirchen unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz einen 29-Jährigen aus Geilenkirchen verurteilt.

Der gelernte Maurer hatte gestanden, seit Sommer letzten Jahres 500 Gramm Amphetamine aus den Niederlanden eingeführt und zudem selbst zehn Cannabis-Pflanzen angebaut zu haben.

Zudem waren bei einer Wohnungsdurchsuchung weitere 56,5 Gramm Amphetamine sichergestellt worden, die aus einer Sammlung von Resten stammten.

„Wir gehen vom Geständnis des Angeklagten aus”, begründete der Richter das Urteil. Durch eigenen Konsum sei der Angeklagte „tatgeneigt” gewesen, es liege trotz relativ großer Mengen und trotz recht guter Qualität - der Wirkstoff der sichergestellten Drogen betrug bei den 56,5 Gramm gut 20 Prozent, bei den eingeführten Amphetaminen gut 17 Prozent - ein minderschwerer Fall vor.

In der Verhandlung erklärte der Angeklagte seine Drogengeschäfte damit, dass er in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt habe.

„Ich musste unbedingt ein Auto haben, weil ich mich selbstständig gemacht hatte. Deshalb habe ich mich entschlossen, 500 Gramm Amphetamine aus den Niederlanden einzuführen, um sie hier zu verkaufen.”

Er habe bereits gut 100 Gramm verkauft und damit die erste Rate für sein gebraucht gekauftes Auto bezahlt. Die weiterhin beschlagnahmten 56,5 Gramm Amphetamine seien aus früheren Käufen gewesen, die aber nur für seinen Gebrauch bestimmt gewesen seien.

Staatsanwalt Drews: „Der Tatvorwurf ist zutreffend, die unerlaubte Einfuhr von mittelstarken Drogen und der Handel sind nachgewiesen. Zudem hat der Angeklagte zehn Cannabis-Pflanzen in der eigenen Wohnung angebaut. Ich fordere zwei Jahre, die noch zur Bewährung ausgesetzt werden können.”

Strafverteidiger Gerd Zillmann: „Es ist eindeutig, dass es sich um einen minderschweren Fall handelt. Das Gericht kann nur zu einer Freiheitsstrafe kommen, die aber in jedem Fall zur Bewährung ausgesetzt werden muss. Die Höhe der Strafe, ich bitte um ein mildes Urteil, stelle ich dem Gericht anheim.”