Erkelenz-Keyenberg: 2016 beginnt die gemeinsame Umsiedlung

Erkelenz-Keyenberg : 2016 beginnt die gemeinsame Umsiedlung

Die Informationsveranstaltung der Stadt Erkelenz über den Braunkohlenplan und den Zeitplan der Umsiedlung von Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath begann mit Verspätung.

Nach der festgelegten Anfangszeit strömten immer noch Menschen in die Mehrzweckhalle, die Beigeordneten Dr. Hans-Heiner Gotzen und Ansgar Lurweg schleppten selbst weitere Stühle und Bänke heran und schließlich standen die Bewohner der von der Abbaggerung bedrohten Ortsteile auch noch dicht gedrängt an den Seitenwänden.

Über 400 Personen dürften es gewesen sein, die wissen wollten, welche Zeitschiene für die Umsiedlung sie erwartet. Die Bezirksregierung Köln war durch Regierungsdirektor Dr. Porada vertreten, der sich allerdings nicht äußerte.

Bürgermeister Peter Jansen erklärte, dass der Tagebau trotz allen Widerstandes nicht zu verhindern und eine frühzeitige Information besser sei. Im Herbst gebe es den Detaileinstieg.

Gotzen erläuterte die auf einer Großleinwand dargestellten Übersichten und Zahlen. Danach werden die planerischen Vorbereitungen mit Braunkohleplanverfahren, Bauleitplanung und Erschließung etwa sechs Jahre, ein Jahr mehr als geplant und der Umsiedlungszeitraum mit Bestandsaufnahme, Werteermittlung, Entschädigung, Neubau und Umsiedlung etwa neun Jahre und damit ein Jahr weniger als gedacht, umfassen.

Die Planungen für den zeitlichen Ablauf der Umsiedlungszeiträume würden trotz unterschiedlicher bergbaulicher Inanspruchnahme zwischen 2023 (Keyenberg), 2027 (Kuckum, Ober- und Unterwestrich) und 2028 (Berverath) 2010 beginnen. Etwa 2016 sei der Beginn der gemeinsamen Umsiedlung.

Die zeitgleiche Standortfindung bedeute aber nicht, dass alle Orte einen gemeinsamen neuen Standort erhielten. Standortüberlegungen gebe es noch nicht. Wie bei der Umsiedlung von Borschemich und Immerath würden Beiräte gebildet, die sich bei allen Überlegungen und Entscheidungen beteiligen.

Der dritte Abschnitt des Braunkohleplans Garzweiler II bedeutet für rund 1700 Menschen die Umsiedlung (nach dem augenblicklichen Stand Keyenberg 894, Kuckum 482, Westrich 160 und Berverath 116 Menschen).

Den Ausführungen schlossen sich zahlreiche Fragender Bürger an. Gotzen und Bürgermeister Jansen machten deutlich, dass bei den Kosten für das Umsiedlungsverfahren das Verursacherprinzip gilt, es mit RWE Power aber noch keinen Vertrag für die kommenden Maßnahmen wie beim jetzigen Erkelenz-Vertrag gebe und eine gleiche Entschädigung zu erwarten sei, auch wenn man sich nicht für den gemeinsamen neuen Standort entscheide.