Kreis Düren: 163 Kilometer Radwege für Mountainbiker im Kreisgebiet

Kreis Düren : 163 Kilometer Radwege für Mountainbiker im Kreisgebiet

Das von den Kreisen Düren und Euskirchen geplante Routennetz für Mountainbike-Fahrer nimmt Gestalt an. Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projektes „Crossing Nature — Moutainbiken in der Eifel“ werden auf Dürener Kreisgebiet 163 Kilometer Radwege ausgewiesen.

Zielsetzung ist auch, eine Lenkung der Mountainbiker zu erreichen und eine Frequentierung besonders sensibler Bereiche zu vermeiden beziehungsweise zu vermindern. Der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde hat einstimmig keinen Gebrauch von seinem Widerspruchsrecht gemacht.

Die Vertreter des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland blieben der Sitzung aus Protest fern. Sie monierten in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Landschaftsbeirates unter anderem, dass sie keine Gelegenheit gehabt hätten, sich innerhalb eines „ausreichenden Zeitfensters“ mit den Planungen vertraut zu machen und sprechen von einer „geradezu nötigenden Beteiligungsform“. Die Kreisverwaltung führe das Projekt „Crossing Nature“ gegen den Widerstand der Naturschutzverbände mit „rechtlich fragwürdigen Methoden“ durch.

Dieser Kritik widersprach Dezernent Hans Martin Steins — und erhielt Unterstützung von den Vertretern des Naturschutzbundes Deutschland im Gremium. Sämtliche Wegeführungen seien im Vorfeld stets unter Beteiligung der Naturschutzverbände besprochen worden. Eine vom BUND eingereichte Liste mit Änderungswünschen sei vollständig abgearbeitet worden.

Fakt sei auch, dass alle Routen über bereits bestehende Wege geführt werden, betonte Steins. Das Beschilderungssystem des Radwegeverkehrsnetzes im Kreis Düren werde einbezogen, so dass an vielen Stellen bereits vorhandene Schilderstandorte auch für die Mountainbike-Wege genutzt werden. Ein Gutachter stellte die Ergebnisse der umweltfachlichen Bewertung vor, die keine Bedenken ergab.

Ein weiterer Kritikpunkt war, dass nach Ablauf einer Frist der Beirat quasi pro forma noch gehört werden sollte, „um damit die gesetzliche Vorgabe der Beteiligung formal erfüllt zu haben“. Dezernent Hans Martin Steins wies darauf hin, dass die entsprechende Frist bis Ende August verlängert worden sei und somit die Beteiligung gewährleistet sei.

Der Brief der BUND-Vertreter war anschließend Thema im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung. „Die Mitglieder haben ihr Unverständnis über diese Vorgehensweise geäußert und dies einstimmig ins Protokoll aufnehmen lassen“, sagte der Vorsitzende Franz Erasmi auf Anfrage. Er wünscht sich, dass offene Fragen in den Sitzungen angesprochen werden. Nicht teilzunehmen sei nicht unbedingt ein geeignetes Mittel, um miteinander ins Gespräch zu kommen und Informationen auszutauschen.

(sj)