Hückelhoven: 150.000 Euro Plus beim Reinigen

Hückelhoven : 150.000 Euro Plus beim Reinigen

Die Sitzungen der Ausschüsse und des Rates in Hückelhoven finden mit Beginn des neuen Jahres alle eine halbe Stunden später statt: Man kommt kunftig nicht um 18 Uhr, sondern um 18.30 Uhr zusammen.

In der jüngsten Sitzung des Rates schien es, als wolle man die „verlorenen” 30 Minuten wieder reinholen: Die Tagesordnung des öffentlichen Teils war ausgesprochen übersichtlich, war in einer halben Stunde erledigt, umfasste magere fünf Punkte.

Vielleicht war dies der Grund, warum Punkt 2 „Antrag der Bürgerpartei, hier: Einsparungspotenzial durch Reinigungsfirmen” von der Verwaltung ausführlich und sowohl entgegen der üblichen Praxis als auch der Beschlussvorlage („Der Rat der Stadt beschließt, die Anträge der Bürgerpartei auf Beantwortung der gestellten Fragen sowie weitere Beratung über einsparpaotenziale durch Fremdreinigungsfirmen abzulehnen”) beantwortet wurde.

Rudi Freyler bezog als Stadtverordneter der Bürgerpartei seine Fragen auf den Ratsbeschluss vom 20. März 2002. Damals hatte der Rat beschlossen, „ab sofort bei Ausscheiden von Reinigungspersonal die freigezogenen Reinigungsbereiche von Privatfirmen reinigen zu lassen”.

Drei Fragen Freylers bezogen sich auf „entlassene” Arbeitskräfte. Da der Ratsbeschluss damals ausdrücklich beinhaltete, dass keinen Reinigungskraft entlassen werden dürfe, war es für Bürgermeister Werner Schmitz ein Leichtes, diese Fragen mit einem „nicht relevant” zu ignorieren und Freyler vorzuhalten: „Sie haben den Beschluss offenbar nicht verstanden”.

Margret Stevens beantwortete als Leiterin des Hauptamtes die übrigen Fragen Freylers. Etwa die nach den Kosten für die privaten Reinigungsfirmen und die für städtisches Reinigungspersonal: „Bei der privaten Reinigungsfirma sparen wir im Vergleich zum städtischen Personal insgesamt rund 130.000 bis 150.000 Euro pro Jahr ein.”

Die Qualität der Arbeit sei nach Auskunft der entsprechenden Stellen (Kindergärten, Schulen, Verwaltung) „gut”, die Arbeit werde „regelmäßig” überprüft. Die Reinigung der kompletten Michael-Ende-Schule in Ratheim, so Stevens, schlägt jährlich mit 60.500 Euro zu Buche.