Aachen: „AKV bedauert Absage von Ulla Schmidt”

Aachen : „AKV bedauert Absage von Ulla Schmidt”

„Ich fiebere der Festsitzung entgegen, und natürlich bin ich angespannt, aber auch voller Vorfreude. Denn eines kann ich versprechen: Wir werden am Samstag einen tollen Auftritt haben”, sagte am Dienstag der neue AKV-Präsident Dieter Bischoff und Prinz Karneval von 1968 vier Tage vor dem närrischen TV-Event „Wider den tierischen Ernst” in unserer Gläsernen Redaktion.

Unseren Leserinnen und Lesern stand er Rede und Antwort. Eines der großen Themen: Die Absage von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, die sich in dieser Session nirgendwo öffentlich im Karneval zeigt.

„Ich fahre im Moment durch das ganze Land, um mit den Bürgern über die Reformen zu diskutieren”, sagte Ulla Schmidt am Dienstag gegenüber der AZ, „mir fehlt einfach die Zeit für den Karneval.” Natürlich habe sie auch keine Lust, sich den zu erwartenden Provokationen auszusetzen. „Das sind ja wahre Kampagnen gegen mich, dafür habe ich kein Verständnis.”

„Ich kann sie verstehen, sie würde wahrscheinlich ausgebuht”, meinte Leserin Astrid Heimann. Bischoff, im letzten Wahlkampf Aachens CDU-Gegenkandidat von Ulla Schmidt, zum Fernbleiben der Ministerin: „Ich bedauere natürlich ihre Absage, wir hätten sie sehr nett begrüßt. Aber ich respektiere ihre Gründe. In eine Diskussion darüber möchte sich der AKV nicht einmischen.”

Mit einem ganzen Fragenkatalog rückte Leser Wolfgang Mühlhausen an: „Was werden Sie anders als Ihr Vorgänger Dirk von Pezold machen?” Bischoff: „Wir haben uns etwas Besonderes ausgedacht: AKV-Geschäftsführer Christian Mourad wird durchs Programm führen, und ich werde mich auf bestimmte Aufgaben als Präsident konzentrieren. Dies gilt auch für das abschließende närrische Protokoll, das ich während der Sitzung verfasse und am Ende vortragen werde.”

Ferner werde er „natürlich nicht den Lennet Kann” machen: „Das kann kein anderer so perfekt wie unser Ehrenpräsident Dirk von Pezold, der zwischen der Laudatio und der Ritterrede auftreten wird.”

Bischoffs grundsätzliches Ziel: „Der Funke muss über den Bühnenrand springen. Wenn wir Karneval für den Saal machen, dann kommt er im Fernsehen automatisch gut herüber.”

Ein Auftritt von Norbert Blüm sei übrigens diesmal ohnehin nicht vorgesehen gewesen: „Aber ich bin davon überzeugt, dass er im nächsten Jahr wieder kommen wird”, so der neue Präsident.

Wie es denn mit Mischung von Karneval und Show bei der Festsitzung aussehe, wollte eine andere Leserin wissen. Dieter Bischoff: „Wir haben mit Prinz Michel I., Märchenprinz Peter I., der Prinzengarde, Josef, Jupp und Jüppchen sowie mit Lennet Kann und den Musikgruppen Klenkes AG, Domspatzen und de Originale starke Säulen des Oecher Fastelovvend im Programm.”

Hinzu kämen die närrisch-politischen Reden von Guido Westerwelle, Heide Simonis und Armin Halle, Wendelin Wiedeking und Henning Scherf: „Das ist das Alleinstellungsmerkmal und Markenzeichen unserer Festsitzung, das nirgendwo im deutschen Karneval zu finden ist.”

Besonders freut sich der neue Präsident über das gewachsene, positive Verhältnis zu den anderen 54 Aachener Karnevalsvereinen: „Ob Prinzengarde, Oecher Penn, Börjerwehr oder Narrenzunft etc.: „Wir unterstützen uns gegenseitig und freuen uns über die Erfolge des anderen.” Dies gelte im übrigen auch für den alternativen Strunx-Karneval: „Die Zahl unserer Interessenten an einer Strunxsitzung überstieg sogar das Kartenkontingent, das wir haben.”

Und welchen Wermutstropfen gibt es im Vorfeld der Festsitzung? Dieter Bischoff: „Zweifelsfrei die Absage unseres 99-jährigen Ordensritters Jules von Jouanne, dem es derzeit nicht so gut geht. Seit seinem Ritterschlag 1952 war er jedes Mal dabei - mit Ausnahme des Todesjahres seiner Frau.”