Aachen: Ärger um die neuen Pflegestützpunkte

Aachen: Ärger um die neuen Pflegestützpunkte

Jahrelang hat die Pflegeberatung, mit der im früheren Kreisgebiet die Verbraucherzentrale beauftragt ist, eine stetig wachsende Zahl von Anfragen verzeichnet.

Doch seit Oktober 2009 geht die Nachfrage zurück. Warum, vermag auch der zuständige Dezernent der Städteregion, Günter Schabram, nicht genau zu sagen.

Eine Ursache sehen er und die Sozialpolitiker in der Städteregion jedoch in einer neuen gesetzlichen Regelung, deren Umsetzung an manchen Stellen noch hakt. So ist bislang erst einer von drei sogenannten Pflegestützpunkten - der im Haus der Städteregion in Aachen - anerkannt, und zwar seit Ende Januar, während das Verfahren für die beiden in Stolberg und Aachen - jeweils in Trägerschaft der AOK - immer noch nicht abgeschlossen ist.

Ohne „Akkreditierung” aber erhalten die neuen Beratungsstellen kein Geld, und sie dürfen keine Öffentlichkeitsarbeit machen. Zudem führte das Gesetz dazu, dass die Verbraucherzentrale ihre Beratungsangebote in Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath und der Eifel einstellen musste. Möglicherweise, so Schabram, spiele aber auch eine Rolle, dass die Krankenkassen nun auch zur Pflegeberatung verpflichtet sind.

Ganz gleich, warum die Nachfrage nach Beratung sinkt: „Wie es jetzt ist, ist es suboptimal”, stellt Schabram fest. Und dass die Zahlen landesweit sinken aufgrund der Probleme mit der Einrichtung von Pflegestützpunkten, macht es in seinen Augen auch nicht besser. Er hofft offenbar auf eine Kurskorrektur des Gesetzgebers: „Mal sehen, was die neue Landesregierung macht”, sagte er in der jüngsten Sitzung des städteregionalen Seniorenbeirates. Trotz der derzeit unbefriedigenden Situation ist jedoch sichergestellt, dass alle Ratsuchende Hilfe erhalten, betonen die Verantwortlichen von Städteregion und AOK.

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