Kreis Düren: 90 Jugendliche starten in eine mehrjährige Berufsausbildung

Kreis Düren: 90 Jugendliche starten in eine mehrjährige Berufsausbildung

Ihr Start ins Berufsleben verlief bislang sehr holprig. Schulische Defizite, soziale Benachteiligungen oder auch Migrationshintergründe sind nur einige der Hürden, die ihnen den Weg zu einem Ausbildungsplatz bislang versperrten.

„Weil wir aber möglichst allen jungen Menschen die Perspektive auf einen Arbeitsplatz bieten wollen, ermöglicht der Kreis Düren auch in diesem Jahr wieder 90 Jugendlichen die Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen.”

Mit diesen Worten gab Landrat Wolfgang Spelthahn am Dienstag im Kreishaus den Startschuss zu einer zu bis dreieinhalb Jahren währenden Ausbildung bei fünf Fort- und Weiterbildungsträgen.

„Alles hängt jetzt von ihrer Mitarbeit ab”, ermunterte Spelthahn die Jugendlichen, diese Chance auch zu nutzen. Für viele ist sie die letzte überhaupt vor dem Einstieg in eine „Arbeitslosen-Karriere”, weiß Martina Forkel, Amtsleiterin bei der Job-com, dem zuständigen Amt der Kreisverwaltung.

Um so mehr freut sie sich, dass die Abbrecherquote seit Beginn der ersten Maßnahme im Jahr 2006 sehr gering ist. „Noch sind 194 Jugendliche mit von der Partie.”

Die jetzt angelaufene Maßnahme, die sich je nach Ausbildungsberuf auf 24, 36 oder 42 Monate erstreckt, kostet rund 4,5 Millionen Euro. Für Landrat Wolfgang Spelthahn gut investiertes Geld, schließlich brauche die heimische Wirtschaft angesichts des demographischen Wandels in den nächsten Jahren jeden gut ausgebildeten Jugendlichen.

Die außerbetriebliche Ausbildung findet in zwei Formen statt. Das kooperative Modell mit 20 Plätzen richtet sich an Jugendliche he, die grundsätzlich über die Ausbildungsreife verfügen, aber aufgrund verschiedenster Gründe keine Lehrstelle gefunden haben.

Zusätzlich zur Berufsschule und zum Praxisunterricht im Kooperationsbetrieb erhalten diese Jugendliche beim Träger Förderunterricht, damit sie die Lehre meistern.

Das integrative Modell mit 70 Plätzen richtet sich an Jugendliche, die aufgrund persönlicher Probleme bislang keine Lehrstelle ergattern konnten. Auch sie besuchen die Berufsschule, sammeln Fachpraxis aber vor allem beim Weiterbildungsträger selbst, beispielsweise im neuen gastronomischen Ausbildungszentrum der DGA in Nideggen. Dazu kommen Praktika in Betrieben, mindestens drei Monate im Jahr.

Mehr von Aachener Nachrichten