Wassenberg: 8. Kunsttag ist Beginn einer neuen Ära

Wassenberg: 8. Kunsttag ist Beginn einer neuen Ära

Der 8. Kunst- und Kulturtag auf und um den Burgberg im lichtdurchfluteten großen Burgsaal, in der historischen Hofkirche und im alten Rathaus etablierte sich endgültig und überzeugend als das „Mekka der Kunst an der Rur”.

Die Sonne lachte dazu bis zum gewittrigen späten Nachmittag. Sie tauchte das riesige Spektrum der Farben und Formen in ein frühsommerliches Licht, das nicht anmutiger und einladender für die vielen Gäste aus dem weiten Umkreis hätte sein können. Schon beim Empfang durch den stellvertretenden Bürgermeister Willibert Roggen zeichnete sich deutlich ab, dass dieser Kunsttag der Beginn einer neuen Ära in Wassenberg war, die auch Anziehungs- und Startpunkt für manche neuen Künstler sein kann.

Willibert Roggen dankte den Wassenberger Künstlerinnen Maria Brosch, Rita Gehlen-Marx und Eva-Stefanie Moosburger-Dalz für ihre ungebrochene Initiative bei der Gestaltung auch dieser neuen Darstellungsform des Kunst- und Kulturtages. Das Gesamtkonzept in dieser neuen Gestalt, die Weitläufigkeit und Vielgestaltigkeit zu einem Ganzen verband, entsprach dem verbindenden Gedanken: „Wir dienen der Kunst und nutzen dabei die Schönheiten der Natur”.

Die Weitläufigkeit ließ kaum vermuten, dass die Besucherzahl noch größer war als in den Jahren zuvor. Didgeridoo und Obertongesang, eine interaktive Performance der Weltmusikgruppe aus Leipzig mit Anlehnung an die urtümliche Musik der Ureinwohner Australiens, waren da eher gewöhungsbedürftig im Land zwischen Maas und Rhein.

Mehr als 70 Künstlerinnen und Künstler allein schon zeitlich zu besuchen und ihre Arbeiten zu bestaunen, war schon ein anstrengendes Sommervergnügen. Die Zeit verging wie im Flug allein schon bei den fabelhaften Ausstellungen der Künstler des Creativ-Kreises International (CKI).

„Afrikanischer Aufbruch”, ein Emaille-Werk von Professor Gertrud Rittmann-Fischer, der Begründerin des renommierten Künstlerkreises, stand im Mittelpunkt der ausnahmslos exquisiten Arbeiten, an denen 30 Künstler beteiligt waren - darunter mehrere Wassenberger und die Kölnerin Renate Mikolajczyk, deren alljährlich neue, wunderbar eindringliche Miniaturen mit Szenen aus dem reichen Kulturleben der Domstadt Geschichten erzählen, die unvergesslich bleiben.

Ganz anders die Skulpturen auf dem Burgberg. Eingebettet in das streckenweise noch ein bisschen „struppige” Grün nach dem großen mittelalterlichen Fest eine Woche zuvor, wirkten sie besonders naturverbunden und genau richtig platziert. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele hoch begabte Künstler auch aus dem ganzen Kreisgebiet und speziell aus dem Erkelenzer/Wegberger Raum hier den richtigen Platz finden.

Noch mehr Landschaftskunst - wie hingegossen - zeigten viele Künstlerinnen und Künstler auf dem Burgberg und an den Zugängen zum Bergfried, den zu besteigen an diesem herrlichen Sonnentag auf diese Weise ein besonderes Vergnügen war. Die Schöpfer jeder der vielen Malereien in den kunstvoll miteinander verbundenen Zelten wären einer Sonderausstellung wert gewesen.

Schließlich gab es noch Literatur in der evangelischen Hofkirche mitten in der Altstadt an einem Ort, der eine wichtige Rolle in der Geschichte der Stadt Wassenberg gespielt hat. Die Damen der Wassenberger Bücherkiste bemühten sich einträchtig und sehr freundlich um Birgit Bodden, Kurt Lehmkuhl und Gerd Grunewald, deren feines Lesestündchen eine echte Erholung bedeutete nach diesem Kunstgenuss in Großformat.

Es war ein wunderschöner Tag, für dessen Gestaltung sehr viele Damen und Herren und nicht zuletzt auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung mächtig im Einsatz waren.

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