Kreis Düren: 500 versäumte Untersuchungen

Kreis Düren: 500 versäumte Untersuchungen

Der Kreis Düren hat bislang annähernd 500 Fälle versäumter Vorsorgeuntersuchungen für Kinder überprüft. Eltern, die ihr Kind nicht untersuchen lassen, werden neuerdings vom Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) auf das Versäumnis aufmerksam gemacht.

Erfolgt keine Rückmeldung, landet der Ball beim Kreisjugendamt. Es nimmt dann mit den Eltern Kontakt auf. Das war in diesem Jahr im Kreis bislang 484-mal der Fall.

Hilfen im Bedarfsfall

Dabei fragt das Jugendamt nach den Gründen für die versäumten Untersuchungen. Wenn Eltern ihr Kind keinem Arzt vorstellen, wollen die Mitarbeiter es auf jeden Fall sehen, um sich ein eigenes Bild von seinem Entwicklungsstand zu machen. Im Bedarfsfalle werden auch weitergehende familienstützende Hilfen angeboten.

Zehn kostenlose Früherkennungsuntersuchungen gehören zu einem umfassenden Vorsorgeprogramm für jedes Kind. Bis zum Alter von sechs Jahren sind neun Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen, eine weitere folgt im Alter zwischen 13 und 14 Jahren. Bei den Terminen wird festgestellt, ob der Entwicklungsstand altersgemäß oder beeinträchtigt ist.

Erfahrungsgemäß werden die ersten Untersuchungen von fast allen Eltern genutzt, wogegen die letzten drei Termine bis zum Vorschulalter nicht ausreichend in Anspruch genommen werden. Besonders häufig wird die Vorsorgeuntersuchung U7a (34. bis 36. Lebensmonat) versäumt, da sie relativ neu und noch nicht so bekannt ist.

Schwerpunkte dieser Untersuchung sind das Erkennen und Behandeln von Sehstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Übergewicht, Sprachentwicklungsstörungen sowie Zahn-, Mund- und Kieferanomalien. Zusätzlich wird überprüft, ob das Wachstum ohne Störungen verläuft. Zudem erfahren Eltern, ob ihr Kind reif für den Kindergarten ist.

Auch das Kreisgesundheitsamt weist auf die Bedeutung des Früherkennungsprogramms hin, bietet es doch die Möglichkeit, Kinder beizeiten gezielt zu unterstützen und zu fördern. Bei Auffälligkeiten werden die erforderlichen Schritte zur genaueren Diagnose und anschließenden Behandlung in Abstimmung mit den Eltern in die Wege geleitet.

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