290 Tote und Hunderte verletzte in Sri Lanka

Kommentar zum Anschlag in Sri Lanka : Zwei Antworten auf den Terror

Vieles deutet darauf hin, dass die Anschläge in Sri Lanka von Islamisten verübt wurden. Der Zeitpunkt, nämlich Ostern, die Anschlagsziele, nämlich Kirchen und von westlichen Touristen frequentierte Hotels.

Das richtete sich gegen die Christenheit, so wie der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin und die Angriffe auf koptische Kirchen in Ägypten. Müssen wir uns bald an den Begriff Osteranschläge gewöhnen? Oder Weihnachtsterror?

Auf der anderen Seite steht Christchurch, das Morden in Moscheen in Neuseeland. Hier war es ein Rassist und Islamhasser. So wie Breivik in Oslo und der NSU in Deutschland. Alle diese Verbrechen sind gleich abscheulich. Alle sollen bewusst und gezielt Unschuldige und Unbewaffnete treffen. Es sind durchweg feige Taten.

Nein, das ist kein Religionskrieg, da würden die Täter kämpfen. Wer getötet wird, ist den Tätern egal, sie können es auch gar nicht mehr steuern, wenn sie ihre Bomben zünden. Es ist der Versuch, maximalen Hass zu entfachen.

Dem Hass nicht erliegen

Es gibt nur zwei Antworten darauf, die beide gleich entschlossen und stark sein müssen. Erstens, dem Hass nicht zu erliegen. Gegen den Terror muss die Botschaft der Mitmenschlichkeit und des friedlichen Zusammenlebens der Religionen immer wieder hochgehalten werden, ohne Fragezeichen. Weil es dazu gar keine Alternative gibt, außer eben eine Orgie von Blut und Gewalt. Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern hat das nach Christchurch symbolhaft für die ganze Welt vorgelebt. Und so muss es auch jetzt nach Sri Lanka sein.

Das Zweite: Die Terroristen bewegen sich in kleinen, fanatischen Zellen, wenn sie nicht gar Einzeltäter sind. Es ist schwer, sie aufzuspüren, aber es ist nicht unmöglich. Wenn sie Teil von Netzwerken sind, hinterlassen sie Spuren. Ebenso, wenn sie sich Waffen oder Sprengstoff beschaffen und vor Anschlägen miteinander kommunizieren. Für die Sicherheitsbehörden der Staaten heißt das: höchste Aufmerksamkeit. Sie müssen die beste Technik haben und die effektivste Organisation, um Anschläge verhüten zu können. Und sie müssen über Länder- und Religionsgrenzen hinweg eng miteinander kooperieren. Es gibt Hinweise, dass entsprechende Warnungen in Sir Lanka offenbar nicht ernst genug genommen wurden.

Keine Laxheiten

Irgendwelche Laxheiten – die es vor dem Amri-Anschlag oder gegenüber dem NSU massiv auch in Deutschland gab – kann man sich im Kampf gegen den Terror wirklich nicht mehr erlauben. Er ist da, ob mit oder ohne Bin Laden, Breivik oder IS. Er ist brutal. Und er verschwindet nicht wieder. Nach Sri Lanka und Christchurch ist klar, dass niemand dagegen gefeit ist, zu keinem Zeitpunkt. Auch nicht in den entferntesten Regionen dieser Erde, auch nicht an Ostern.

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