Düren: 25.000 Jecke feiern den Dürener Sonnen-Prinzen

Düren : 25.000 Jecke feiern den Dürener Sonnen-Prinzen

Jetzt ist es amtlich: Petrus ist Westfale. Nur so kann der Jeck erklären, warum Regen und Schneegestöber der Vorjahre am Sonntag nur eine Erinnerung an vergangene Sessionen waren.

Als Prinz Ulrich I. aus dem Westfalenlande und seine Prinzessin Katharina I. und Kinderprinzessin Nina-Marie I. beim Orchideensonntagszug mit der Sonne um die Wette strahlten. Niederschlag gab es nur in Form von örtlichen Kamelleschauern. Sehr zur Freude von tausenden Zuschauern, die zum närrischen Treiben in die Dürener Innenstadt geströmt sind.

„Einfach super!”, ließ sich Seine Tollität der Prinz hoch auf dem in der Sonne funkelnden Prunkwagen zu einer Bilanz hinreißen. Wie ein Schaufelradbagger arbeitete sich der Herrscher der Dürener Narren dabei durch die Süßigkeitenvorräte und brachte auf 5,5 Kilometern Zugstrecke das Naschwerk kiloweise unters Volk. Mehr als drei Stunden lang.

2000 Kostümierte und Uniformierte machten sich am Orchideensonntag auf den Weg durch die Innenstadt - begleitet wurden sie von 500 Musikern und Fahnenschwenkern. Wer den Drang zum Tanzen und Schunkeln verspürte, konnte sich auf die Musiker verlassen. Für weitere körperliche Ertüchtigung sorgte das Bücken nach Kamellen. Für die nach Angaben der Polizei mindestens 25.000 Besucher hieß es: immer wieder auf und nieder. Viele Zentner Bonbons, Schokolade, Popcorn und Waffeln segelten durch die Luft. Auch viele Fußbälle fanden schnell neue Besitzer. Die Prinzengarde verteilte Erbsensuppe aus der Feldküche.

Der Dürener Zug präsentierte sich bunt. Hier Gardeuniformen, dort fantasievolle Kreationen aus dem Reich des Mittelalters und der Tierwelt. Erstmals ging auch ein Wagen des Dürener Leopold-Hoesch-Museum an den Start. Besonders kunstvoll platzierten die Mitarbeiter, Freunde und Förderer der Kultureinrichtung Süßes an zeitgenössischer Gestaltungskraft. Auch die Lokalpolitik fand mit einem Wagen der Südinsulaner Einzug in den Zug: Als „Fass ohne Boden” wurde der mittlerweile mehrere Jahre währende Versuch umschrieben, die ehemalige Dürener Stadthalle in ein Vier-Sterne-Hotel umzuwandeln.

Vor dem Abmarsch feierten sich die Karnevalisten bereits auf Einladung der Stadt Düren bei Musik und Tanz im Rathaus warm.