Radarfallen Blitzen Freisteller

Verkehrsdrama nach Autobrand: A4 bis tief in die Nacht gesperrt

Von: heck/cap/nel/red
Letzte Aktualisierung:
Unfall A4 brennendes Auto
Brennendes Auto: Über der A4 stiegen am Mittwochabend Rauchschwaden auf. Foto: Utzerath
a544 gesperrt
Nichts geht mehr: Auf der Autobahn 544 standen die Autofahrer am Mittwochabend im Stau. Foto: Nina Leßenich

Aachen/Würselen. Vollsperrung im Feierabendverkehr mit dramatischen Folgen: Die Autobahn 4 war zwischen Aachener Kreuz und Eschweiler-West den ganzen Mittwochabend über bis gegen 23.30 Uhr gesperrt, weil ein Auto in Brand geraten war. Die Folge war ein Verkehrskollaps in und um Aachen, Rettungskräfte mussten die in der Hitze leidenden Fahrer mit Getränken versorgen.

Gegen 17.52 Uhr war das Auto etwa einen Kilometer von der Raststätte Aachener Land entfernt in Flammen aufgegangen und völlig ausgebrannt. Die Ursache war vermutlich ein technischer Defekt; der Fahrer konnte den Wagen noch auf dem Seitenstreifen zum Stehen bringen und rechtzeitig aussteigen. Nach Auskunft eines Sprechers der Autobahnpolizei Köln waren keine weiteren Fahrzeuge beteiligt.

Um das Feuer zu löschen und die Straßendecke von ausgelaufenen Stoffen wie Dieselkraftstoff und Bremsflüssigkeit zu reinigen, sperrten die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Autobahnmeisterei alle drei Spuren in Fahrtrichtung Köln. Die Verschmutzungen waren so hartnäckig, dass ein Spezialunternehmen angefordert werden musste. „Da reichte es nicht, die Straße einfach nur abzuspritzen“, sagte ein Polizeisprecher unserer Redaktion am späten Abend.

Dramatische Szenen im Stau

So nahm das Unheil seinen Lauf. Schnell bildeten sich im abendlichen Verkehr lange Rückstaus in mehrere Richtungen: sechs Kilometer auf der Autobahn 44 bis zur Anschlussstelle Aachen-Laurensberg, fünf Kilometer auf der A44 bis Brand und anderthalb Kilometer auf der A544 bis Verlautenheide. Auf den Gegenspuren kam es ebenfalls zu Staus, da der Rauch des brennenden Autos die Sicht behinderte. In der Folge brach auf den wichtigen Umgehungsstrecken im Norden und Osten Aachens sowie in Würselen und Stolberg der Verkehr stellenweise völlig zusammen.

In der Blechschlange kam es zu dramatischen Szenen. Aufgrund der sommerlichen Hitze - der Mittwoch war mit stellenweise knapp 30 Grad der heißeste Tag des Jahres - gab es nach Feuerwehrangaben mehrere Notarzteinsätze. Autofahrer, die stundenlang in der prallen Sonne in ihren Fahrzeugen ausharrten, erlitten Schwächeanfälle.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr forderte Unterstützung an. „Einheiten aus dem Katastrophenschutz sind unterwegs, um die Leute zu verpflegen“, erklärte Feuerwehrchef Jürgen Wolff am Abend. „Vor allem Getränke werden gebraucht. Wir versuchen, so viele wie möglich zu erreichen.“ Insgesamt 52 Rettungskräfte - von Aachener Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr, Rotem Kreuz und Johannitern - versorgten die wartenden Fahrzeuginsassen mit Flüssigkeit. Unter den Helfern war auch ein Arzt. Ins Krankenhaus musste jedoch niemand gebracht werden.

„Es war eine einzige Rutschpartie“

Betroffene Autofahrer versuchten unterdessen auf Nebenstraßen auszuweichen, zum Beispiel auf die Strecke von Merzbrück Richtung Eschweiler. Doch auch dort reihte sich Stoßstange an Stoßstange.

Zunächst hatten die Einsatzkräfte noch gehofft, die Fahrspuren ab etwa 19 Uhr wieder freigeben zu können. Doch Stunde um Stunde verzögerte sich die Reinigung der Fahrbahn, die nach dem Unfall spiegelglatt geworden war. „Das war eine einzige Rutschpartie“, sagte Feuerwehrchef Wolff.

Erst gegen 21.30 Uhr durften die ersten der steckengebliebenen Autofahrer auf der A4 rückwärts zurückfahren. Die unmittelbar hinter der Unfallstelle stehenden Autofahrer wurden über den Standstreifen vorbeigeleitet. Um 23.33 Uhr, mehr als fünfeinhalb Stunden nach dem Unfall, waren die letzten Unfallspuren beseitigt. Für die verbliebenen Einsatzkräfte hieß es dann endlich auch: Feierabend.

Leserkommentare

Leserkommentare (26)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert