Kommentiert: Fehlende Demut ist eine deutsche Krankheit

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Kommentiert: Fehlende Demut ist eine deutsche Krankheit

Ein Kommentar von Bernd Schneiders

Wie es um den Seelenzustand des DFB-Trosses am Samstagabend bestellt war, demonstrierten Büroleiter Georg Behlau und Medienmitarbeiter Uli Voigt nach dem Last-Minute-Sieg. Provokante und hämische Gesten gen schwedische Bank: Und das von Mitarbeitern eines Verbandes, der faires Benehmen wie eine Monstranz vor sich herträgt.

Die Erklärungsversuche von Nationalteam-Manager Oliver Bierhoff machten es noch schlimmer: Die Emotionen hingen damit zusammen, dass die Schweden nur das Spiel zerstören wollten und auf Zeit gespielt hätten. Mehr Arroganz geht nicht! Anstatt auf den Knien zu rutschen und sich über das Glückstor und den nicht gegebenen Strafstoß plus Rote Karte für Jérôme Boateng in der Anfangsphase des Spiels zu freuen, kartet Bierhoff nach.

Und die gleiche Arroganz findet sich in den Aussagen des Siegschützen Toni Kroos wieder, der über die angeblich überzogene Kritik nach der Mexiko-Pleite ätzte. Das sind mehr als Entgleisungen, es sind Symptome der deutschen Krankheit: fehlende Demut. Spätestens mit dem ersten Anpfiff des Turniers legt man den Titel des Weltmeisters ab und ist nur noch Jäger nach dem neuen Titel.

Hungrig und bescheiden. Anders offensichtlich bei weiten Teilen des DFB und seiner Mannschaft. Der Verband entschuldigte sich bei den Schweden, Kroos rettete den wahrscheinlichen Turnierverbleib mit einem Zaubertor. Beides reicht nicht.

 

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