Düren - Zukunftsplanung: Evivo fehlt das Geld für Spitzenspieler

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Zukunftsplanung: Evivo fehlt das Geld für Spitzenspieler

Von: jan
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Düren. Drei Personalien stehen fest. Christian Dünnes, der beste Angreifer des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren, wird den Verein nach der Saison verlassen.

Er wechselt zum Pokalsieger Generali Haching. Die Verträge der beiden Mittelblocker Jaromir Zachrich und Stefan Hübner laufen hingegen noch eine weitere Saison. Bei Hübner, der bisher noch nicht gespielt hat und gerade an seiner Rückkehr arbeitet, steht aufgrund der Knieprobleme noch ein Fragezeichen hinter seiner Zukunft.

Alle anderen Verträge laufen aus. Diese Tatsache an sich ist nicht weiter beunruhigend. Vereine und Spieler bevorzugen oftmals Verträge mit kurzer Laufzeit, die nach einer Saison neu verhandelt werden müssen. Evivo steht in den kommenden Wochen und Monaten aber vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Mit welchen Konzept geht der Verein in die Zukunft?

In den vergangenen acht Jahren wurde das Spiel der Dürener geprägt von einem dominanten Angreifer. Der hieß entweder Heriberto Quero oder Christian Dünnes und griff über die rechte Feldhälfte an. „Damit sind wir gut gefahren”, sagt der sportliche Leiter, Goswin Caro.

Düren konnte sich unter den besten Klubs der Liga etablieren. Für den ganz großen Wurf hat es nicht gereicht, da die Spitzenmannschaften immer mehr zu bieten hatten als einen starken Angreifer.

Für die kommende Saison gilt es als unwahrscheinlich, dass Evivo einen Mann von Dünnes Qualität finden kann. Der 26-Jährige ist im zweiten Jahr in Folge bester Angreifer der Liga. Vergleichbar gute Spieler aus dem Ausland, die als Vollprofis spielen, dürfte Düren nicht finanzieren können.

Dünnes war auch nur darstellbar, da er zeitgleich eine Stelle beim Sponsor Stadtwerke erhalten hat. „Wir befinden uns gerade auf der Suche”, schildert Caro den Sachstand.

Die Suche bezieht sich nicht nur auf Spieler, sondern auch auf ein anderes Modell. Möglicherweise wird der Dünnes-Nachfolger nicht ganz so dominant, dafür aber etwas günstiger. Dann ist denkbar, dass Düren im Außenangriff, also auf der linken Spielfeldhälfte, investiert und einen Mann verpflichtet, der hier ebenfalls wichtige Bälle schlagen kann. Zwei gute statt eines herausragenden Angreifers - so könnte das Modell aussehen.

Als sicher gilt, dass die Evivo-Verantwortlichen wieder Kreativität beweisen müssen. Denn in Sachen Etat kann Düren nicht mit dem Top-Mannschaften der Liga mithalten. Das war auch in den vergangenen acht Jahren nie der Fall. Evivo spielte oben mit, weil man immer wieder Spieler gefunden hat, die an der Rur immer besser geworden sind. Beispielsweise, weil in Düren junge deutsche Spieler, die nicht sonderlich begehrt waren, eine Chance erhalten haben.

Der häufig verletzte Christian Dünnes war 2003 so ein Fall. Das Problem: Mittlerweile arbeiten alle Klubs in der Bundesliga kreativ bei der Suche nach Spielern. Das ist ein Grund, warum die Liga in dieser Saison so stark ist wie noch nie. Der Wettkampf ist härter geworden. Das Rennen um die Talente der Junioren-Nationalmannschaft, für die Düren in den vergangenen Jahren immer eine Adresse war, ist längst eröffnet und so hart wie nie. Evivo muss noch kreativer werden.
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