Düren - „Wir verfallen nicht in Panik”

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„Wir verfallen nicht in Panik”

Von: Franz Sistemich
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Möchte sich am liebsten verst
Möchte sich am liebsten verstecken: Dürens bester Spieler Fabian Kohl. Auch die Mienen von Tomas Kocian, Tim Elsner, Merten Krüger und Joe Deimeke (von links) sprachen nach der 0:3-Niederlage Bände.

Düren. Was nützte Fabian Kohl die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler von Evivo Düren? Nach jeder Partie der Volleyball-Bundesliga küren die Trainer den besten Akteurs des Gegners.

Freudig nahm der Libero am Mittwochabend die Ehrung nicht entgegen, denn: Sein Team hatte im achten Meisterschaftsspiel die sechste Niederlage in Folge kassiert. Der VC Gotha nutzte die Gunst der Stunde und schlug die verunsicherten Hausherren in nur drei Sätzen. Die einzelnen Ergebnisse aus der Sicht der Ostdeutschen: 25:23, 25:21, 25:19.

Die dreiwöchige Meisterschaftspause hat nicht die Wende zum Besseren eingeläutet: „Das Team lässt sich sehr schnell verunsichern”, musste Trainer Söhnke Hinz wieder konstatieren. Und so verharrt Evivo fest im Keller der Tabellen, ist auf den zehnten Platz des Elferfeldes abgerutscht.

Der Spielbeginn ließ nichts Böses erahnen: Mit breiter Brust und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten startete Evivo den sportlichen Vergleich: 10:4 und 17:10 führten die Hausherren. Doch das Selbstbewusstsein schmolz mit jedem eigenen Fehler und folglich jedem Punkt des VC wie Schnee in der Sonne. Spätestens als Gothas Sebastian Hähner zum Aufschlag schritt, begann das Verhängnis: Er führte sein Team zum 18:18-Ausgleich.

Davon erholte sich Evivo in diesem Satz nicht mehr. Ausgeglichen verlief der zweite Abschnitt bis zum 19:20, wieder verheißungsvoll ließ sich der dritte Satz an: 9:4 lagen die Gastgeber in Front. Doch die einzige Konstante Evivos ist die fehlende Konstanz. Die nutzte der mit finanziellen Problemen kämpfende Gast humorlos aus, profitierte in den Endphasen der Sätzen von Dürenern Unzulänglichkeiten. Oder anders ausgedrückt: Er brauchte nur auf Fehler der Hausherren zu warten. So verlor Evivo sein sechstes Spiel in Folge, pfiffen die Fans auch angesichts der Tatsache, dass die Mannschaft in der Arena noch keine Partie in dieser Saison gewonnen hat.

Trainer Söhnke Hinz sprach denn auch wieder von dem Prozess, in dem sich das junge Team befindet: „Für einige Spieler ist es neu, dass sie Verantwortung übernehmen müssen. Mit Erfolgserlebnissen ginge es besser.” Doch so muss Evivo daran arbeiten, dass das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nicht so schnell einer Verunsicherung weicht. Deshalb suchen die Verantwortlichen nach einer externen Hilfe. Ein Sportpsychologe soll Team und Spieler wieder den Glauben an sich selbst zurückgeben, zumal der einzige Leitwolf - Stefan Hübner - noch ausfallen wird.

Dennoch hatte der Coach Lob für zwei seiner Spieler parat: Matthias Böhme und Tomas Kocian. Der Diagonalangreifer suchte immer wieder, das Steuer herumzureißen, auch wenn manche Aktion unglücklich endete. Und der Zuspieler, der vom Zweitligisten Mendig an die Rur gewechselt war, „spielte bei seinem Debüt über weite Strecken ganz gut, war auch unser bester Aufschlagspieler.” Am Ende nutzte aber auch dieses Lob nichts.
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