USC zeigt den „Ladies“ die Grenzen auf

Von: Roman Sobierajski
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Traurige Blicke und leere Mienen: Statt des erhofften ersten Heimsiegs gab es eine klare 0:3-Niederlage für die „Ladies in Black“ gegen den USC Münster. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Am Ende der Begegnung, als der letzte Ball gespielt war, da kamen bei den „Ladies in Black“ Aachen die Emotionen hoch: Die ein oder andere Träne floss, die traurigen Blicke gingen ins Leere. Der USC Münster hatte der Mannschaft von Trainer Marek Rojko mit einer soliden Leistung deutlich die Grenzen aufgezeigt und die geknickten „Ladies“ mit 3:0 (25:19, 25:13, 27:25) gedemütigt.

Dabei gibt das Ergebnis des zweiten Satzes, als den Münsteranerinnen fast alles und den „Ladies“ so gut wie nichts gelang, den Spiel verlauf eher wieder als der dritte Durchgang. In der zehn Minutenpause scheinen in der Kabine deutliche Worte gesprochen worden zu sein, denn die Aachenerinnen liefen wie fast im gesamten Spielverlauf auch in Satz drei einem Rückstand hinterher, kamen nach 4:8 und 13:16 jedoch nach furioser Aufholjagd wieder ran, hatten einen Satzball – und mussten sich am Ende knapp geschlagen geben.

„Keine Waffen“

„Wir hatten nur am Ende des dritten Satzes eine kleine Chance, wir hatten sogar Satzball. Aber das ist alles nur Theorie“, meinte ein frustrierter Aachener Coach, der sich auch beim üblichen Trainer-Talk nach Spielschluss ganz, ganz kurz fasste: besser nichts sagen als aus Frust heraus das Falsche.

Wobei in der anstehenden Trainingswoche sicher eine der zentralen Fragen sein dürfte, warum das Team sich nicht an den Matchplan hielt, den das Trainerteam gegen die bekannten Münsteraner Waffen wie druckvolles Aufschlagspiel und disziplinierte Blockarbeit hielt, sondern sich – mit Verlaub – irgendetwas zusammenmurkste.

„Die geplanten Änderungen in der Defensive wurden von meinen Spielerinnen nicht umgesetzt“, befand Rojko, „dabei hatten wir eine gute Woche, wir hatten einen guten Plan.“

Auch die Mannschafts-Kapitänin, die in den ersten beiden Sätzen mit Gesten und Aufmunterungen versuchte, Leben in das hölzerne und emotionslose Spiel zu bringen, suchte vergeblich nach Erklärungen: „Es kann nicht sein, dass die Gästemannschaft hier viel gefährlicher aufschlägt als wir“, legte Karolina Bednarova den Finger in die Wunde.

„Wenn wir selbst keinen Druck in unsere Aufschläge bekommen, haben wir keine Waffen gegen Münster. Wir sind nicht in der Lage, das auszuspielen, was wir uns vorgenommen haben. In allen drei bisherigen Partien sind wir zu spät aufgewacht und haben keine Emotionen gezeigt.“

Tatsächlich reichten allein fast schon die starken Services, um den Aachenerinnen den gesamten Wind aus den Segeln zu nehmen und keinen Spielfluss aufkommen zu lassen. Und dass das Angriffsspiel aus einer schlechten Annahme heraus immer noch nicht unbedingt das Prunkstück der „Ladies“ ist, zeigen die nachdenklich stimmenden statistischen Werte: Die Erfolgsquoten der Angreiferinnen dümpeln zwischen 20 und 35 Prozent herum, beim USC liegen die Werte bei 50 Prozent aufwärts.

So gut kann keine Defensive sein, um die vielen Fehlversuche in der Abteilung Attacke kompensieren zu können. Wie schon in den beiden Partien zuvor brauchten die „Ladies“ viel zu viele Versuche, um den Ball auf den Boden zu bekommen.

„Ich weiß nicht, ob sich im Team Unsicherheit breit gemacht hat, darüber werden wir sprechen und das analysieren müssen. Fakt ist, dass wir uns nicht an die Taktik des Trainers gehalten haben“, meinte Karolina Bednarova.

Teil der Analyse dürfte auch sein, wie die hohe Eigenfehler-Quote auch in den anderen Spielelementen zu erklären ist, die dafür sorgt, dass die Mannschaft nicht zu einem Spielrhythmus findet, so dass das gegnerische Team kaum dauerhaft unter Druck gesetzt werden kann. Viel Zeit bleibt nicht für Fehleranalyse und -korrektur, denn die kommenden beiden Gegner in der Bundesliga – der VC Wiesbaden und der Dresdner SC – dürften noch weniger bereit sein, Geschenke zu verteilen.

„Die fehlenden spielerischen Mittel waren unser Problem“, befand Coach Rojko – und nahm zunächst einmal den Druck von außen von seinen Spielerinnen und bürdete ihn sich selbst auf: „Das fällt in meine Verantwortung, aber ich habe Vertrauen in das Team.“

Aachen: Pucarevic (Stankova), Markovic (Grozer), Svobodnikova, Burazer (Ponte), Bednarova, Crkonova , Valachova

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