Traum vom Finale geplatzt: Powervolleys unterliegen im Nervenkrieg

Von: Guido Jansen
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Die Dürener Powervolleys unterliegen im Tiebreak gegen Aufsteiger Lüneburg trotz der aufopferungsvollen Blockarbeit von Sebastian Gevert (Mitte) und Kapitän Jaromir Zachrich. Foto: Guido Jansen

Lüneburg. Düren hat dominiert. Einen Satz lang. Um ein Volleyballspiel zu gewinnen braucht man aber drei Sätze auf der Habenseite. Die SWD Powervolleys sind nach starkem Start im Halbfinale um den deutschen Volleyball-Pokal eingebrochen und im Hexenkessel von Lüneburg abgekocht worden.

Der Traum vom Finale in Halle/Westfalen ist geplatzt, Düren verlor nach dramatischem Spiel 2:3 (20:25, 25:23, 25:18, 19:25, 15:10). Während der krasse Außenseiter SVG Lüneburg die Sensation des Jahres feierte, sackten die Dürener Spieler auf dem Feld zusammen, kämpften mit den Tränen.

Warum Düren das Spiel nach dem starken ersten Satz aus der Hand gegeben hat und die emotionalen Lüneburger zurück ins Spiel ließ, ist die Frage des Abends. „Wir haben im Druck etwas nachgelassen, Lüneburg hat alles reingeworfen“, lautete die Erklärung von Trainer Michael Mücke. Zu Beginn von Satz zwei endeten die Angriffsversuche von Jaromir Zachrich und Marvin Prolingheuer im Lüneburger Block, das Schiedsgericht fällte die erste von drei fragwürdigen Entscheidungen gegen Düren.

Steven Hunts Angriff landete im Aus, Düren lag 3:8 hinten, die kleine Halle in Lüneburg tobte. Die Powervolleys reduzierten die Fehler, kämpften sich bis auf 20:21 heran. Den Satz entschieden haben zwei weitere Fehlentscheidungen des Schiedsgerichts. Die zweite brachte Lüneburg den Satzgewinn. „Wir waren zu viel damit beschäftigt, mit den Fehlentscheidungen zu hadern“, sagte Mücke.

Zwei krasse Fehlerserien kosteten dann den dritten Satz. Nach fünf Annahmefehlern in Folge führte Lüneburg 8:3. Wieder kam Düren ran, um dann nach dem 14:14 komplett abreißen zu lassen. Jeder Spieler produzierte Fehler, während Lüneburg, angetrieben von 800 emotionalen Zuschauern, über seinen Verhältnissen spielte. „Denen ist da alles gelungen. Dann musst du als Gegner in einer solchen Atmosphäre erst mal gegen halten können“, sagte Mücke. Düren konnte das im vierten Satz, um dann in Satz fünf wieder zu kollabieren. Ein Block gegen Matthias Pompe, ein Angriffsfehler von Steven Hunt: Lüneburg hatte eine Meter hohe Welle Oberwasser, auf der es ins Finale schwamm.

Kapitän verletzt raus

Dürens Kapitän Jaromir Zachrich musste das Drama von der Auswechselbank aus anschauen, weil er im vierten Durchgang verletzt vom Feld musste. Schon während der letzten beiden Ballwechsel, als Düren schon so gut wie besiegt war, kämpfte er mit den Tränen. Mittelblocker-Kollege Georg Klein sprach von einer „riesigen vergebenen Chance. Klar hatten wir Druck. Aber wir sind ein etabliertes Team, Lüneburg ein Aufsteiger. Da musst du gewinnen. Wir konnten es aber nicht“, sagte Klein.

Einerseits, weil Klein dem Gegner ein „Wahnsinnsspiel“ attestierte. Und weil Düren beim ersten Ballkontakt, also Annahme und Aufschlag, einfach zu schwach war. „Das Pokalfinale war unser großes Ziel. Das haben wir nicht geschafft. Daran werden wir erst mal zu knabbern haben“, sagte Georg Klein enttäuscht auf dem Weg in den Mannschaftsbus.

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