Sieg im Pokal-Halbfinale: „Ladies in Black“ schreiben Geschichte

Von: rom
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Party auf den Rängen, Party auf dem Feld: Die „Ladies in Black“ Aachen feiern mit dem Sieg über Vilsbiburg den erstmaligen Einzug ins deutsche Pokalfinale gegen Stuttgart. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Der letzte Ball war gerade gespielt, die Halle an der Neuköllner Straße tobte noch, als der gelernte Winzer Marek Rojko fachmännisch die Flasche Rotwein beäugte, die er gerade von seiner Spielerin Maja Burazer geschenkt bekommen hatte – als Dank und Belohnung für den allerersten Heimsieg der Saison. Einen würdigeren Tag hätte es kaum geben können für das Präsent.

Die „Ladies in Black“ Aachen hatten gerade vor 1325 Zuschauern im Halbfinale des DVV-Pokals den Titelträger aus Vilsbiburg mit 3:0 (25:17, 25:19, 25:20) nicht niedergerungen, nicht bezwungen, nein förmlich aus der Halle gefegt – und damit unerwartet klar den Einzug ins Finale in Halle/Westfalen am 1. März gebucht. Der bislang größte sportliche Erfolg der Vereinsgeschichte war perfekt.

Die „Ladies“ dominierten den ersten Satz und schafften es, den zweiten nach fünf Punkten Rückstand zur ersten technischen Auszeit noch zu drehen. Spätestens von diesem Moment an war die Zuversicht bei den Gästen gewichen. „Ich glaube es immer noch nicht richtig. Wir haben das Spiel von Vilsbiburg komplett zerstört“, staunte Libera Dominika Valachova immer noch, als das Ergebnis schon lange an der Anzeigetafel aufleuchtete.

Tatsächlich hatte die Mannschaft die taktische Marschroute der Trainer perfekt umgesetzt. Der starke Aachener Block um Tatiana Crkonova und Ivona Svobodnikova nahm die stärkste Waffe des Teams aus Niederbayern aus dem Spiel: Die Kubanerin Liana Mesa Luaces, frühere Weltmeisterin und Gewinnerin der olympischen Bronzemedaille, wurde durch die Aachener Defensive zum stumpfen Schwert.

Die starken und risikoreich geschlagenen Angaben der „Ladies“ setzten die Annahme der Roten Raben gehörig unter Druck, die eigene Annahme und Zuspiel brachten die Angreiferinnen aussichtsreich in Position. Als bestes Beispiel kann der Angriff zum Satzgewinn herhalten, nachdem die Aachenerinnen über 16:11 und 21:15 keinen Zweifel daran gelassen hatten, wer hier mit der größeren Entschlossenheit zu Werke geht: Karolina Bednarova hatte einen gegnerischen Angriff vom Boden gekratzt und Srna Markovic mit einem Longline-Schlag das Zuspiel aus ungünstiger Position durch Maja Burazer vollendet.

Selbst der klare Rückstand zu Beginn des zweiten Satzes brachte das Team nicht mehr wie gewohnt in Grübeleien und Verlegenheit. „Wir hatten innerhalb von zehn Punkten fünf gute Blockaktionen. Da haben die Spielerinnen von Vilsbiburg zum ersten Mal gefühlt, dass sie keine Chance haben“, erklärte Rojko.

So war der finale Durchgang eher ein Schaulaufen der „Ladies“ als ein hart umkämpfter Pokalfight. „Wir haben hier Geschichte geschrieben, das ist für Volleyball in Aachen ein historischer Tag“, fand Maja Burazer die passenden Worte für den Erfolg. Eine angemessene Feier folgte allerdings nicht, da bereits am Dienstag (19 Uhr) in der Liga die „Generalprobe“ bei Pokal-Finalgegner MTV Stuttgart ansteht. „Gefeiert wird erst, wenn wir den Pokal auch in Händen halten“, meinte Kapitänin Karolina Bednarova, deren Finalträume grandios in Erfüllung gegangen sind.

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