Rita Liliom führt Aachen zur Sensation

Von: Max Eckstein
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Aachen. „Hey, das geht ab, wir feiern die ganze Nacht”, kündigen die „Atzen” per Lautsprecher bei jedem Bundesliga-Heimspiel von Alemannia Aachens Volleyballerinnen in der Halle an der Neuköllner Straße an. Allerdings war den Beteiligten noch nie so sehr danach, das wörtlich zu nehmen wie Dienstagabend.

Da gelang der Mannschaft von Cheftrainer Stefan Falter eine ausgewachsene Sensation. Sie hatte keine Chance gegen den Schweriner SC, nutzte diese aber bis zum „Exzess”. 3:1 (25:22, 25:16, 21:25, 25:11) hieß es am Ende gegen den Verein, der vor und nach der Wende je sieben nationale Titel eingefahren hatte.

Der Coach tanzte durch die Halle, umarmte Gott und die Welt, war überglücklich. Immerhin war dieser Erfolg gerade für den Mann immens wichtig, der stets betont, dass sein Team das Potential hat, jeden Kontrahenten zu ärgern. Darunter hatte man zum Beispiel den Satzgewinn in Stuttgart verstanden. Jetzt aber beginnt eine neue Zeitrechnung. Die Mannschaft legte ihre Meisterprüfung ab. Und was noch wichtiger ist: Die „ladies” sind charakterlich so gefestigt, dass niemand befürchten muss, dass sie jetzt abheben.

Unabhängig davon sei Alexandra Preiß zitiert, die sich wie Esther Stahl zur Verfügung gestellt hatte, im Notfall (der nicht eintrat) einzuspringen. Auf die Frage, ob sie im dritten Bundesliga-Jahr das beste Alemannia-Spiel gesehen habe, antwortete die ehemalige Kapi­tänin: „Das kann man wohl laut sagen!”

Stefan Falter sprach von den zwei Gesichtern der Alemannia, die zuletzt in Stuttgart (abgesehen vom ersten Satz) und in Dresden regelrechte Lehrstunden präsentiert bekam. „Schwerin ist nur über die Annahme zu schlagen. Und in diese Schwachstelle sind wir immer wieder gestoßen”, erklärte Aachens Trainer. „Entscheidend war eine großartige Teamleistung und die Tatsache, dass Karolina Bednarova über die Mitte so viel Druck gemacht hat.” Und die überragende Rita Liliom, die hier mit Kraft agierte, da mit Gefühl, aber immer mit dem richtigen Auge fügte hinzu: „Einfach geil! Ein tolles Spiel, eine tolle Atmosphäre, so liebe ich das.” Glänzend präsentierten sich zudem Kira Walkenhorst, Michaela Balej, Lucy Wicks und Christina Speer.

„Wir haben die ersten Minuten verschlafen und Aachen ins Spiel kommen lassen”, rang SSC-Kapitänin Julia Retzlaff nach Worten. „Und wenn man vor diesen Fans die Alemannia ins Rollen kommen lässt, wird es sehr, sehr schwer. Das bekamen wir zu spüren.” Im ersten Satz schaffte der Gast das 1:0 und dann bis einschließlich Abschnitt 2 keine Führung mehr. Mit einer Aufschlagserie vom 6:3 bis 13:3 wurde der Grundstein dazu gelegt, dass Rita Liliom den ersten Satzball verwandeln konnte. Was der Ungarin auch im zweiten Durchgang gelang, als beim 19:12 die Vorentscheidung gefallen war.

Im dritten Satz schien Schwerin seinen Rhythmus zu finden. Als Aachen nach 8:15-Rückstand zwischenzeitlich zum 16:16 kam, durfte man das getrost als Kampfansage werten - als Indiz dafür, dass die Moral absolut intakt ist. Und genau das dokumentierte die Alemannia im vierten Abschnitt, als man vom 11:7 auf 17:7 wegzog und dem SC damit den Zahn zog. Nach dem Matchball von Karolina Bednarova bebte die Halle. Wie war es noch gleich: „Hey, das geht ab . . .”

Aachen: Balej, Wicks, Walkenhorst, Speer, Bednarova, Liliom; eingewechselt: Feldmann, Wolnizki

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