Pure Emotion und konzentrierte Aktion

Von: Franz Sistemich
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Im Mittelpunkt des Geschehens:
Im Mittelpunkt des Geschehens: Diagonalangreifer Matthias Böhme hatte maßgeblichen Antreil am ersten Heimsieg von Evivo Düren. Foto: Sistemich

Düren. Der Bart ist ab: „Das sieht gut aus”, sagte Jaromir Zachrich. Der Haarwuchs im Gesicht ist weg, weil Evivo Düren am Mittwochabend nach sechs Niederlagen in Folge endlich wieder einmal gewann. Und so durfte der Kapitän - wie auch seine Mannschafskameraden Matthias Böhme und Joe Deimeke - zur Schere greifen.

Eigentlich kam in der Arena Kreis Düren am Mittwoch beim 3:0 (25:20, 25:18, 25:20) nie das Gefühl auf, Evivo könnte sich wieder aus der Spur bringen lassen. „Wir haben”, befand denn auch Trainer Söhnke Hinz, „gegen den TV Rottenburg endlich das umgesetzt, was wir uns schon so lange vorgenommen haben. Wir haben es geschafft, auch nach ein paar weniger guten Aktionen energisch weiterzuspielen. Das hat uns nicht mehr aus der Bahn geworfen.”

Die Partie hatte eigentlich wie die gegen den VC Gotha begonnen. Düren ging in Führung. 17:13 lagen die Hausherren vor nur 800 Zuschauern in Front. Der Vorsprung schmolz auf zwei Zähler. Aber im Gegensatz zum Gothaspiel oder anderen Partien brach bei den Evivo-Akteuren nicht der Angstschweiß aus.

Düren konterte: Vor allem Matthias Böhme und Christian Fromm führten den Gastgeber mit wichtigen Angriffsbällen zum Satzgewinn. In den beiden nächsten Abschnitten wurde die Brust der Spieler immer breiter. Das gewachsene Selbstvertrauen zeigte sich in der Höhe der Führungen: In Satz 2 führte Evivo 11:3, im dritten Abschnitt 10:4. Und selbst als die Badener bis auf jeweils einen Punkt herangerückt waren, schüttelte sich Evivo mal kurz und stellte die Weichen wieder auf Sieg.

„Wir haben geduldig gespielt, es nicht mit der Brechstange versucht, deshalb auch wenige Eigenfehler produziert. So sind wir aus unseren kleinen Hängern wieder herausgekommen”, sagte Merten Krüger, der Zuspieler. Und Jaromir Zachrich nannte einen weiteren Grund: „Wir haben intern auch viele Gespräche geführt, hatten uns eine Strategie erarbeitet.” Und die lautete: Jeden Punkt wirklich emotional feiern, einen Kreis bilden, in ihm wieder die Jubelanspannung gemeinsam herunterfahren und gemeinsam ganz konzentriert auf den nächsten Ballwechsel vorbereiten.

Vielleicht half noch eine andere Maßnahme: Trainer Söhnke Hinz zeigte seinem Team kurz vor dem Spiel die letzten sechs Minuten des 3:2-Sieges über die Berlin Recycling Volleys: „Wir haben im Tiebreak Punkte unnötig abgegeben, aber wir sind ruhig geblieben und haben gewonnen”, konstatierte der Trainer. Und sein Spielerführer sagte: „Wir haben in Berlin im fünften Satz nicht grandios gespielt, aber gewonnen, weil wir uns nach unseren Fehlern nicht runtergezogen haben.”

Einig sind sich Coach und Kapitän denn auch in einem anderen Punkt: „Der Sieg gegen Rottenburg war ein wichtiger großer Schritt, aber noch nicht die Wende.” Die nächsten Partien - Samstag im Pokal beim Moerser SC beispielsweise - werden die Richtung vorgeben.
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