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„Mission impossible” oder eine dicke Überraschung?

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:

Düren. Das klingt nach einer unmöglichen Mission: Evivo tritt am Samstag zum ersten Viertelfinale in der Volleyball-Bundesliga beim VfB Friedrichshafen an. Anpfiff am Bodensee ist um 19.30 Uhr.

Um es deutlicher zu sagen: Heimrecht hat am Samstag der amtierende Meister und frisch gebackene Pokalsieger, der zuletzt immer stärker geworden ist.

Im Pokalfinale hat der VfB das bisher so dominante Generali Haching weggefegt hat. Und auf der anderen Seite steht Evivo, die Mannschaft, die nach einer Wackel-Saison hinter ihren Erwartungen zurück geblieben ist, ohnehin noch nie am Bodensee gewonnen hat und auch noch massive Personalprobleme hat. Abwehrchef Fabian Kohl und Kapitän Jaromir Zachrich liegen krank im Bett statt auf dem Feld. Die Dürener Erfolgsaussichten halten sich in Maßen.

Eine Strafe würde drohen

Warum also war es trotzdem derart erstrebenswert, die Playoffs noch zu erreichen? „Das ist eine typische Journalisten-Frage”, sagte Trainer Söhnke Hinz. Selbst hat er diesen Gedanken noch gar nicht gehabt. Und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen gäbe es eine empfindliche Strafe seitens der Liga, wenn Evivo einfach nicht antritt und die Punkte stattdessen per Post schickt.

Auf Einnahmen angewiesen

Aber auch dieser Gedanke taucht in den Köpfen der Mannschaft nicht auf. Der finanzielle Aspekt schon. Evivo hat Sponsorenverträge, die im Fall des Erreichen der Endrunde mehr Geld einbringen. Ein Geldsegen steht Evivo trotzdem nicht ins Haus. Aber immerhin. Denn schließlich kommen die Einnahmen aus dem Heimspiel am Mittwoch noch dazu. Reich wird Evivo deswegen auch nicht. Schließlich stehen die Reisekosten gen Bodensee und die Arena-Miete zusätzlich auf der Ausgabenseite. Aber immerhin.

Werbung in eigener Sache

Ein maßgeblicher Grund für die Reise gen Friedrichshafen ohne Unlust ist das Selbstverständnis der Spieler. Nach der unglücklichen Saison will jeder die große des Viertelfinales nutzen, um Werbung in eigener Sache zu machen.

„Das ist der Höhepunkt der Saison. Darauf arbeitetest du die ganze Saison über hin. Da wäre es sehr fragwürdig, wenn du jetzt keine Lust mehr hast”, erklärte Matthias Böhme.

Angesichts der gravierenden Personalprobleme ist eine Klatsche im Hinspiel am Bodensee nicht unmöglich. Sollte das aber nicht passieren und die Mannschaft trotz aller Widrigkeiten eine gute Partie abliefern, dann steigert das das Selbstvertrauen für das Rückspiel.

Seit 1999 immer dabei

Als letztes sei das Selbstverständnis der Dürener als Grund genannt, warum Evivo unbedingt in die Endrunde wollte. Seit 1999 steht Düren ohne Unterbrechung in der Endrunde. Bis auf Berlin und Friedrichshafen kann das kein Klub von sich behaupten.

Düren gehört in die Endrunde. Und die Mannschaft hat noch eine Chance. Zumindest die, sich mit einem starken Heimspiel von seinen Fans zu verabschieden. Oder vielleicht sogar die, eine verkorkste Saison innerhalb von nur einer Woche zu drehen. Aber dieser Gedanke erscheint noch unangemessener, als Punkte per Post zu schicken.
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