Aachen - Ladies in Black: Karolina Bednarova, die schöne Kapitänin

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Ladies in Black: Karolina Bednarova, die schöne Kapitänin

Von: Christoph Pauli
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. . .macht Aachens Kapitänin Karolina Bednarova auch im noch kleineren Schwarzen eine Modelfigur. Foto: Andreas Steindl
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Mit Kraft und Präzision im kleinen Schwarzen der „Ladies in Black“ auf dem Spielfeld . . .

Aachen. Monatelang begegnete sich Karolina Bednarova regelmäßig selbst auf der Straße: Die Volleyball-Spielerin traf auf das Modell an der Plakatwand. Die Tschechin war das Werbegesicht für Net-Aachen. Es war eine Publikumswahl, die 27-Jährige setzte sich souverän unter 2000 Bewerbern durch. Vom Straßenrand ist sie inzwischen verschwunden, die Popularität ist geblieben.

Seit drei Jahren spielt sie für Aachen in der Bundesliga, längst ist die Berühmtheit etwas über sie hergefallen. Sie ist das Gesicht der Mannschaft, die sich in den letzten Jahren stark veränderte. Was blieb – war immer die extrovertierte Bednarova.


Der neue Trainer Marek Rojko hat sie schnell als Kapitänin ausgerufen. „Sie ist ein wichtiger Stützpfeiler im Team, eine wichtige Ansprechpartnerin für einen Zugereisten“, sagt der  Slowake über das Emotionskraftwerk. Nebenbei ist  die Tschechin für den Slowaken auch die Fremdenführerin, die ihm die alte Kaiserstadt ein bisschen näherbringt.


Seit zehn Wochen arbeitet die ziemlich runderneuerte Mannschaft zusammen, die Vorbereitung war zerklüftet, die beiden niederländischen Nationalspielerinnen Femke Stoltenborg und Yvon Belien kamen erst vor zwei Wochen zu der Gruppe. Und doch hat sich bei Bednarova nach den Testspielen schon ein Gefühl für die neue Leistungsstärke eingenistet: „Volleyball in Aachen ist auf einem guten Weg“, sagt sie grinsend. „Auch unsere Erwartungen sind gestiegen.“

Die Kader hat mehr Tiefe bekommen, das Team hängt nicht mehr von einzelnen Spielern ab. Das Saisonziel? Ein Platz in den Play-offs sollte es schon sein. Die Mannschaft wirkt ausbalancierter und homogener als zuletzt. „In der letzten Saison hatten wir mehr Individualisten im Team.“  


Das Team, das ganze Umfeld sei professioneller geworden, beobachtet die Außenangreiferin. Es gibt keine Studenten mehr, die ihrem Hobby nur abends nachgehen können, die Trainingszeiten sind verbessert worden. Und dann ist ein Trainer für die nächsten drei Jahre dazugekommen, der sich diesem „Projekt Aachen“ mit Haut und Haaren verschrieben hat.


Als Amtssprache hat Rojko Englisch eingeführt, nur noch drei Mädels sind deutschsprachig. Der neue Trainer emotionalisiert das neue Team. Ruhig darf es auf dem Spielfeld nicht zugehen, schon beim Training fordert er permanent die Kommunikation untereinander. Er pusht sie.

In der letzten Saison leitete Bednarova das  gefährdete Team an wie eine routinierte Rangerin die Pfadfinderjugend. Von der Kapitänin gingen die Kraftlinien aus, was am Ende doch nicht reichte. Die abgestiegene Mannschaft rettete sich in der Nachspielzeit der Saison, weil andere Teams auf den Aufstieg verzichteten. Das Team stieg quasi noch mal auf, und es stieg um. Die Abteilung flaggte bei Alemannia aus, checkte beim Post-Telekom Sportverein (PTSV) ein.

Kommentieren will Bednarova die verbalen Schmetterbälle zwischen den Funktionären in dieser Phase nicht. Das stehe ihr nicht zu. An der Verbundenheit zur Alemannia lässt sie keine Zweifel, sie geht immer noch zum Fußball am Tivoli.


Natürlich hat auch Bednarova sich im Frühsommer Gedanken gemacht, als der Volleyball-Standort Aachen gefährdet war. Plan B war aber unkonkret. „Ich bin nur froh, dass es hier weitergeht.“
Ein bisschen ist sie die Mutti der Kompanie, auch wenn sie den Ausdruck für eine 27-Jährige für nicht sonderlich gelungen hält. „Aber es stimmt schon, ich helfe gerne, weil ich mich an meine Zeit im Ausland erinnere.“ Die Nationalspielerin hat Erfahrungen in Ungarn und den Niederlanden gesammelt.


Das alles geschieht nach einem festen Karriereplan. Sie will ihren Sport auf diesem Niveau noch etwa drei Jahre ausüben. Das Fernstudium „European Studies“ in Maastricht ist zu kurz gekommen, sie musste es vor einem Monat beenden. Sie will sich wieder einschreiben, vermutlich für „Kommunikation und Marketing“. Fächer, die ihr liegen. Mit etwa 30 Jahren soll das nächste Berufsleben folgen. Aachen will sie dafür nicht mehr verlassen. „Ich fühle mich hier einfach wohl.“


Und dann hat die populäre Sportlerin noch einen anderen Wunsch. Sie würde gerne „Sportlerin des Jahres“ in Aachen werden. Als Mannschaftssportlerin den Titel zu erringen, hat noch niemand geschafft. „Es wäre eine weitere Anerkennung für meine Zeit in Aachen.“ Vielleicht sind die Chancen nicht schlecht, es ist schließlich eine Publikumswahl – und die brachte sie zuletzt auf die Plakatwände.

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