Aachen - Jetzt doch: „Ladies in Black“ wollen Alemannia verlassen

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Jetzt doch: „Ladies in Black“ wollen Alemannia verlassen

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Ein Freudentänzchen vor der Haupttribüne: Die Aussichten, dass auf den Trikots der „Ladies in Black“ auch in der kommenden Saison Alemannia Aachen steht, sind allerdings eher düster. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Wege trennen sich nun doch. Alemannias Volleyball-Abteilung wird den Verein verlassen. Vor ein paar Tagen klang das noch ganz anders. Nach wochenlangen Querelen hatte der Verein den Lizenzantrag für die abgestiegenen Bundesliga-Frauen für die ersten beiden Ligen gestellt.

Voraussetzung: Die Abteilung kann die Finanzierung der Saison schlüssig dem Vorstand belegen, die Zeichen standen auf Entspannung. „Wir müssen jetzt wieder zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zurückkehren“, hatte Bundesliga-Obmann Reinhard Strauch öffentlich gesagt. Noch vorletzten Donnerstag plante er mit Vize-Präsident Helmut Kutsch die weitere gemeinsame Zukunft.

Ein kleines Detail hat Strauch bei dem Gespräch, nun ja, nicht erwähnt, folgt man Kutsch. Die Abteilung arbeitete entgegen ihrer öffentlichen Beteuerungen weiterhin am Übergang zum Post Telekom Sportverein (PTSV). Die Bestrebungen waren schon vor Wochen angelaufen, als noch nicht absehbar war, ob Alemannia noch einmal den Lizenzantrag stellen werde.

Im Hintergrund aber stellten Strauch und Mitstreiter die Weichen weiter in Richtung Vereinswechsel. „Es gab zuletzt Signale, dass Alemannia die notwendigen Voraussetzungen für das Lizenzierungsverfahren nicht erfüllen kann“, sagt Ralph Kranzhoff, der Marketingchef der Abteilung. Auch konkrete Sponsorenvereinbarungen habe der Vorstand nicht gegengezeichnet. Die Abteilung steht wieder unter Zeitdruck, bis Montag muss sie 25 Prozent ihres Etats beim Verband dokumentieren können. So wurde der Vereinswechsel wieder eine Option.

Eine Mail, die Strauch Donerstagabend an die Mitglieder verschickte, spricht eine deutliche Sprache. Danach ist die Entscheidung in Richtung Trennung schon gefallen. Kurzfristig werde man versuchen, vom Vorstand die Zustimmung für den Wechsel zu erhalten, steht da. „Wir sind aber nicht sicher, ob der Vorstand unseren Argumenten folgen wird. Daher kann ein schneller Übergang der Abteilung nach den Vorschriften der Spielordnung der Alemannia nicht ausgeschlossen werden.“

Praktischerweise hat Strauch ein vorbereitetes Formular („Willenserklärung“) zum Vereinsübertritt gleich der Mail angehängt. „Das muss jetzt vorbereitet werden, um im Fall der Nicht-Zustimmung schneller als die Alemannia zu sein“, schreibt Strauch. Der Spielrechtsübergang ist ohne Zustimmung des Vereins möglich, sofern 75 Prozent der Spielpassinhaber wechseln wollen.

Der Vorstand hatte dann aber Kenntnis von solchen Absetz-Tendenzen erhalten. „Wir fühlen uns schlicht hintergangen. Das Verhalten ist unverschämt“, reagierte Kutsch am Freitag. Zudem wurde bekannt, dass vom Volleyball-Konto „Spielerpässe“ in den letzten Tagen bereits 1307 Euro abgebucht wurden. Wird da still und heimlich der Abgang vorbereitet – auf Kosten Alemannias? Kranzhoff dagegen verweist darauf, dass die Abteilung in den letzten Tagen mehrfach den Vorstand erfolglos um einen Kontakt gebeten habe.

„Ich bin die Intrigen leid“, sagt Kutsch. Im Vorstand wurde besprochen, die Abteilung ziehenzulassen. Auf ein Revanchefoul will das Gremium verzichten. Der Lizenzantrag wird nicht zurückgezogen, die Abteilung kann die Lizenz, sofern sie erteilt wird, mit in die neue Heimat nehmen. Offen bleibt aber, inwiefern einige Sponsoren ihr Engagement von der Marke Alemannia abhängig machen.

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