Düren - Grenzenloser Jubel: Evivos vierter Sieg im vierten Spiel

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Grenzenloser Jubel: Evivos vierter Sieg im vierten Spiel

Von: Guido Jansen
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Der Dürener Block, hier mit J
Der Dürener Block, hier mit Jaromir Zachrich (links) und Aljosa Urnaut agierte in den vier bisherigen Spielen äußerst stark. Foto: Guido Jansen

Düren. Das Publikum hat den Volleyballern verziehen. Mehr noch: Nach der enttäuschendsten Saison der Dürener Volleyball-Geschichte sind die Fans offenbar heilfroh, dass die Dinge jetzt anders sind. Anders lassen sich die Zuschauerzahlen aus den ersten drei Heimspielen nicht erklären.

Das liegt nur zu einem Teil an der Tatsache, dass Evivo erstmals seit vielen Jahren wieder Tabellenführer ist. Die Ursache ist die Rückkehr der Freude. Die Mannschaft feiert jeden Punkt, das Publikum auch - genau so wie in den Jahren 2005 bis 2007 oder in der Saison 2009/10, als in Düren großer Volleyballsport gespielt wurde.

Der Evivo-Leitspruch Emotion pur war in der vergangenen Spielzeit fehl am Platze. Jetzt wird er gelebt. Selbst dann, wenn es nicht läuft, wie am Samstag im ersten Satz gegen Dresden. Da lag Düren mit vielen Fehlern 16:21 hinten. „Aber wir haben einfach nicht aufgehört zu kämpfen”, lobte Trainer Michael Mücke. Mit Willen hat seine Mannschaft das Spiel im ersten Satz gebogen, mit Können dann den Sieg eingefahren.

1600 Zuschauer waren beim 3:0 über den VC Dresden in der Arena Kreis Düren dabei. 1450 lautet der Zuschauerschnitt aus den ersten drei Heimspielen der neuen Saison. Das sind 200 mehr als in der vergangenen Spielzeit. Und das, obwohl das Auftaktprogramm an Heimspielen aus Zuschauersicht denkbar ungünstig war. Lediglich zu einem Gegner, den Netzhoppers, besteht eine gesunde Rivalität. Der VC Olympia Berlin und der VC Dresden sind, was das Prestige angeht, völlig unbeschriebene Blätter. Die Spiele gegen die Netzhoppers und Berlin fanden zudem mittwochs statt und mussten in der Zuschauergunst unter anderem mit der Fußball-Champions-League am Fernseher konkurrieren.

Das Dauer-Stimmungstief der vergangenen Saison in Tateinheit mit dem aktuellen Auftaktprogramm hätten wohl dafür gesorgt, dass in der Arena Totentanz gewesen wäre. Die Dinge sind anders. Selbst ein Erfolg über einen Aufsteiger wie Dresden, der in der Vergangenheit eine müde zur Kenntnis genommene Pflichterfüllung gewesen wäre, wird abgefeiert.

Mit Blick auf die Tabelle hat Evivo bisher zwei Pflichtsiege eingefahren und war in zwei Spielen erfolgreich, bei denen der Sieg im Vorfeld als möglich galt. Das reicht zur Tabellenführung auch deshalb, weil Düren bisher noch gegen keines der drei Top-Teams gespielt hat und zudem eine Partie mehr auf dem Konto hat.

Platz 1 bleibt eine Momentaufnahme und dürfte nicht zum Dauer-Zustand werden. Die haushohen Favoriten Recycling Volleys Berlin, VfB Friedrichshafen und Generali Haching kommen erst noch. Viel wichtiger ist die Art, wie Düren Volleyball spielt.

Gegen Dresden holte Mückes Team viele Bälle in der Abwehr. Gefühlt waren in diesem Spiel so viele spektakuläre Rettungsaktionen dabei, wie in der gesamten Rückrunde der letzten Saison. Für den entscheidenden Ball der Partie sorgte der belgische Neuzugang Dennis Deroey, als er während der Aufholjagd im 1. Satz über die Bande in die Tribüne sprang, um den Ball im Spiel zu halten.

Unter tosendem Jubel der Zuschauer machte Evivo Sekunden später sogar den Punkt. „In der vergangenen Saison habe ich in Belgien selbst bei wichtigen Spielen oft nur vor 200, 300 Zuschauern gespielt”, erklärte Deroey, warum Düren für ihn eine Extra-Motivation ist. „Die Atmosphäre hier spornt mich noch einmal zusätzlich an.”

Sollte Evivo am nächsten Samstag in Rottenburg den möglichen, aber keinesfalls selbstverständlichen Sieg einfahren, dann würde das Team am 10. November als Tabellenführer den Meister aus Berlin empfangen. Dann könnte der Zuschauerschnitt weiter nach oben korrigiert werden.
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