Für die „Ladies“ geht es Mittwoch um „Alles oder Nichts“

Von: Roman Sobierajski
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Frustrierte Gesichter: Die „Ladies“ Laura Weihenmaier (von rechts), Romana Stankova, Tatiana Crkonova, Jordanne Scott und Julia van den Berghen. Nach der Niederlage in Schwerin ist im Viertelfinale der Play-offs ein Entscheidungsspiel um den Halbfinal-Einzug notwendig, diesmal wieder vor eigenem Publikum. Foto: Dietmar Albrecht

Schwerin. Am Sonntagmorgen um halb fünf war der Arbeitstag für die „Ladies in Black“ Aachen dann beendet. Zurück vom zweiten Play-off-Viertelfinale in der Volleyball-Bundesliga beim Schweriner SC, und es gibt sicher schönere Heimfahrten über 600 Kilometer mit dem Bus als mit einer 0:3 (20:25, 21:25, 21:25)-Niederlage im Gepäck.

Der Deutsche Meister hatte vor 1723 Zuschauern noch nicht einmal überragend aufgespielt, doch eine durchschnittliche Leistung und die Reduzierung der Fehlerquote reichte schon, um die Führung der „Ladies in Black“ aus dem ersten Aufeinandertreffen auszugleichen und ein entscheidendes Spiel am Mittwoch (19.30 Uhr) in Aachen zu erzwingen. „Wir sind dankbar, dass wir es geschafft haben, zur dritten Begegnung nach Aachen zu reisen“, gab sich Felix Koslowski, Trainer des Rekordmeisters, fast schon bescheiden.

Die Geschichte dieses Spiels ist schnell erzählt: Der Schweriner Trainer hatte seine wochenlang verletzte Stammzuspielerin Danica Radenkovic aufbieten können, die dem Angriffsspiel ihrer Mannschaft mehr Variabilität gab. Auf Aachener Seite funktionierte zwar die Annahme mit Libera Dominika Valachova und Karolina Bednarova hervorragend, aber das Zuspiel zwischen den einzelnen Aktionen wollte sich nicht recht einstellen. Das Zuspiel hatte nicht die gewohnte Qualität, die Absicherung der eigenen Angriffe war nicht ausreichend. „Wir haben nur die Hälfte von dem gebracht, was wir können und was unser Spiel in der ersten Begegnung ausgemacht hat“, lautete das Fazit von Aachens Trainer Marek Rojko direkt nach Spielende.

Pech bei „engen“ Bällen

Die Folge? Schwerin ging im ersten Satz locker mit 11:5 in Führung, die „Ladies“ kämpften sich noch einmal auf Gleichstand heran, doch in einigen Situationen gesellte sich zum nervösen Auftritt auch noch Pech dazu, und einige „enge“ Bälle fielen zurück ins Aachener Feld oder landeten vom Block knapp im Seitenaus. Das klare 25:20 war ebenso die Folge wie der 2:0-Satzvorsprung für die Schwerinerinnen. Die Aachenerinnen lagen 11:9 vorn – und mussten dann vier Punkte abgeben, ohne dass die Schwerinerinnen dass große spielerische oder druckvolle Feuerwerk abgefackelt hätten.

Im dritten Satz keimte noch einmal Hoffnung auf, als die „Ladies“ lange wie Gewinnerinnen aussahen und die Chance hatten, die Partie noch einmal offen zu gestalten und vielleicht mit Dresden und Vilsbiburg nach nur zwei Partien den Halbfinaleinzug klarzumachen. Doch die 16:13- und 18:16-Führungen reichten nicht aus, drei Servicefehler auf Aachener Seite indes, Schwerin zurück in den Satz und auf die endgültige Gewinnerstraße zu bringen.

„Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht“, meinte nach Spiel-ende eine konsternierte Laura Weihenmaier, die ihren 23. Geburtstag am Tag vor dem Spiel im Kreise der Mannschaft gefeiert hatte. Der „kollektive Mist, den wir uns zusammengespielt haben“, ist für Kapitänin Karolina Bednarova aber keine Hypothek für das „Alles-oder-Nichts“-Spiel am Mittwoch vor eigenem Publikum. „Einige von uns sind mit dem Druck nicht klargekommen, aber wir haben die Niederlage schon in der Kabine in Schwerin abgehakt und abgeschlossen.“

Für die 27-jährige Mannschaftsführerin ist trotz des stark verbesserungswürdigen Auftritts in Schwerin noch gar nichts entschieden: „Ich hätte eigentlich schon in Schwerin direkt weiterspielen können“, meint die Außenangreiferin und nimmt ein Wort von Schwerins Trainer Koslowski auf: „Jetzt gehen wir mit viel Wut im Bauch in die entscheidende Begegnung. Soll Schwerin ruhig kommen.“ Zeit für private Verabredungen glaubt Bednarova am kommenden Samstagabend nicht zu haben: „Dann bin ich in Dresden, beim ersten Halbfinal-Spiel.“

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