Evivo: Schlechte Karten vor dem Viertelfinale

Von: Guido Jansen
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Kann befreit gegen den VfB aufspielen: Matthias Böhme. Foto: Guido Jansen

Düren. Die Frage steht im Raum: Welche Chance hat Evivo Düren im Viertelfinale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft? Der Gegner ist der amtierende Meister VfB Friedrichshafen und wird derzeit immer stärker.

Der jüngste Beweis war der beeindruckendste: Die Volleyballer vom Bodensee haben das Pokalfinale in Halle/Westfalen gegen Tabellenführer und Titelverteidiger Generali Haching klar mit 3:0 gewonnen.

Düren erfolgreichster Angreifer Matthias Böhme war einer von 10.200 Augenzeugen der Machtdemonstration. „Wir haben eine sehr schwere Aufgabe vor uns. So viel steht fest”, sagte der 24-Jährige. Am Samstag um 19.30 Uhr beginnt das Viertelfinale mit dem Spiel am Bodensee. Mittwoch um 19.30 Uhr steigt das Rückspiel in der Arena Kreis Düren. Ein eventuell notwendiges drittes Spiel fände wieder am Bodensee statt.

Die Karten sind in jedem Fall klar verteilt. Auf der eine Seite steht der Serien-Meister VfB, der zu Beginn der Saison ein paar Probleme hatte und sich seit dem immer weiter steigern konnte. Spätestens seit dem Pokalsieg ist klar, dass Friedrichshafen wieder das Maß aller Dinge ist.

Auf der anderen Seite steht Evivo, ein Team, das um Platz vier mitspielen wollte und so gut wie nie das angepeilte Niveau erreicht hat. Düren ist einfach nicht stabil genug, hat keinen Spieler, der Probleme aufwiegen kann. Wenn die Annahme wackelt, dann passt bei der nächsten Ballberührung auch das Zuspiel nicht. Selbiges gilt dann für den Angriff. Die Erfahrung, diese negative Kette zu durchbrechen, fehlt. Unter Druck war Evivo häufig noch anfälliger.

Lob für den Gegner

Erst am letzten Spieltag rettete sich die Mannschaft in allerletzter Sekunde in die Endrunde. Laute Töne sind deshalb unangemessen. Ein Lob für den Gegner erscheint „Matze” Böhme angemessener. „Das war schon beeindruckend”, spielte er auf das Pokalfinale an. Trotzdem wehrte sich der 24-Jährige gegen die Vermutung, dass seine Mitspieler und er zum Hinspiel reisen und die Punkte im Kopf schon im vorauseilenden Gehorsam weggeschenkt haben.

„Ich hoffe doch ganz schwer, dass keiner bei uns so denkt”, so der Volleyballer aus Berlin. Stattdessen sprach der 2,04-Meter-Mann von kleinen Zielen, die Düren sich vornehmen könne. Werbung machen für das Rückspiel in Düren zum Beispiel.

Hilfreich wäre, wenn Evivo im ersten Spiel nicht vorgeführt wird. So wie in den zwei Bundesligapartien gegen den VfB phasenweise. „Wenn die Leute sehen, dass wir gut gespielt haben und unsere Chancen hatten, dann ist das bestimmt auch interessanter für das Spiel in Düren”, so Böhme. Der Ehrgeiz, zumindest einen guten Saisonabschluss zu schaffen, sei deutlich stärker als das vorzeitige Resignieren.

Dürens Spieler müssen gegen den Pokalsieger aber noch mehr mitbringen. „Wenn es kurz vor Satzende knapp ist, dann darfst du nicht im Hinterkopf haben, dass du sowieso verlierst. Du musst geil darauf sein, den nächsten Punkt zu machen”, beschrieb Böhme die notwendige Einstellung. Im Training in den vergangenen Tagen habe sich abgezeichnet, dass die notwendige Anspannung sich gerade aufbaut.

Der Druck ist weg

Zugute kommt dem jungen Dürener Team, dass der Druck weg ist. „Wir waren sehr erleichtert, nachdem wir die Playoffs noch geschafft haben”, so Böhme. Druck, gegen den VfB gewinnen zu müssen gibt es nicht. Allenfalls den, dass der größte Teil des Evivo-Kaders um einen Vertrag spielt. Lediglich Georg Klein, Christian Fromm, Merten Krüger und Tim Elsner stehen als Evivo-Spieler für die kommende Saison fest.

Der Rest hat die Chance, sich mit guter Leistung gegen den Meister zu empfehlen. Die größte Motivation: „Die Saison ist nicht gerade toll gelaufen. Jetzt wollen wir die Chance nutzen, sie stark abzuschließen”, so Matthias Böhme.
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