Düren - Evivo-Indianer ohne Häuptling

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Evivo-Indianer ohne Häuptling

Von: Guido Jansen
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Bezeichnende Szene: Michael An
Bezeichnende Szene: Michael Andrei, Dürener in Gothas Diensten, und seine Mitspieler feiern, im Hintergrund sackt Evivo-Angreifer Matthias Böhme in sich zusammen.

Düren. Schönreden funktioniert nicht mehr. Kein Verbalakrobat auf diesem Planeten wäre in der Lage, die derzeitige Talfahrt des Volleyball-Bundesligisten Evivo in schöne Worte zu verpacken. Mit dem 0:3 (23:25, 21:25, 19:25) gegen den VC Gotha hat Evivo am Mittwoch zum sechsten Mal in Folge verloren.

Das, was Evivo bei der vierten Heimniederlage phasenweise spielte, hat mit Erstliga-Niveau nichts zu tun. Am Ende des ersten Satzes ist die gesamte Mannschaft zusammen gefallen wie ein Kartenhaus, hat einen Vorsprung von acht Punkten verspielt und war danach geliefert. Düren steht jetzt auf dem zehnten und vorletzten Platz. So schlecht war die Mannschaft letztmals vor genau zehn Jahren, als eine lange Talfahrt erst im neuen Jahr gestoppt werden konnte.

Damals war das Tischtuch zwischen Trainer Brian Gavlas und der Mannschaft zerschnitten. Damals gab es Pfiffe nach den Heimspielen. Die gab es auch am Mittwoch wieder. Diesmal haben einige Fans den neuen Trainer Söhnke Hinz als Hauptproblem ausgemacht. Kenner der Szene schütteln bei dieser Vermutung mit dem Kopf. An der Arbeit des Trainer-Teams liegt es nicht.

„Wir haben wirklich sehr gut trainiert”, bestätigte Angreifer Matthias Böhme, dass das Problem auf dem Spielfeld steht und nicht daneben. Evivo-Manager Michael Overhage wurde am Donnerstag erstmals konkret. „Als wir die Mannschaft zusammengestellt haben, dachten wir, dass einige Spieler schon weiter sind”, so Overhage. Die Rede ist nicht von Technik oder Athletik. Was das angeht ist die Mannschaft absolut auf der Höhe. „Wir waren davon ausgegangen, dass einige unserer Spieler in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen, wenn es nicht läuft. Da haben wir daneben gelegen”, ärgert sich Overhage.

Indianer, aber keinen Häuptling hat die Mannschaft derzeit. Der nach wie vor ungewisse Zeitpunkt der Rückkehr des verletzten Routiniers Stefan Hübner wird sehnlichst erwartet. So lange kann Evivo allerdings nicht warten.

Der Aufschwung muss vorher kommen. Denn das Problem, was am Ende des ersten Satzes gegen Gotha deutlich wurde, weitet sich sonst zu sehr aus. 16:8 lag Evivo nach beeindruckend starkem Spiel vorne. Dann funktionieren zwei, drei einfache Situationen nicht. „Das wirkt dann, als würde jemand auf einen Knopf drücken und sofort läuft bei allen ein negativer Film ab. Jeder denkt sich dann: Nicht schon wieder”, so Söhnke Hinz.

Am Donnerstag haben der Trainer und die Verantwortlichen Kontakt zu Sport-Psychologen aufgenommen. Das Problem liegt auf mentaler Ebene und soll auch dort bekämpft werden. Denn wenn auch das nächste Schicksalsspiel gegen Tabellennachbar Rottenburg am kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr in Düren verloren wird, dann droht die Krise zur Katastrophe zu werden. Dann brechen möglicherweise nicht nur die Zuschauer weg, dann ist das Team, das ins Halbfinale wollte, stark vom Abstieg bedroht.
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