Evivo hat einen Fuß in der Tür nach Halle

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:

Düren. Am Abend des 9. März 2008 sprach Ilja Wiederschein drastische Worte: „Lieber 0:3 eins auf die Fresse kriegen, als 2:3 nach so einem packenden Spiel zu verlieren”, ließ der Zuspieler von Evivo Düren seinem Frust freien Lauf.

Die unmissverständliche Aussage hatte ihren Grund: An diesem Sonntag verloren Dürens Volleyballer das Pokalfinale gegen den VfB Friedrichshafen 2:3.

Es war ein Spiel, in dem die Mannschaft von Trainer Mirko Culic eine Leistung abrief, die an die Siege über den Rekordmeister und Rekordpokalsieger während der fünf Finalpartien um die Deutsche Meisterschaft des Jahres 2006 erinnerte. 25:12, 22:25, 25:21, 25:27, 15:9 siegte Friedrichshafen im Gerry-Weber-Stadion im westfälischen Halle. 19 Monate später will Evivo dem Team vom Bodensee wieder einen Kampf liefern, der die Zuschauer veranlassen soll, die Spielstätte in ein Tollhaus zu verwandeln.

Am Mittwoch steht um 19.30 Uhr in der Arena Kreis Düren das Halbfinale an. Evivo Düren gegen den VfB Friedrichshafen. Der Gegner kommt mit dem festen Vorsatz - siehe auch das Interview mit VfB-Angreifer Georg Grozer auf der 4. Lokalseite -, nicht wieder in der Endrunde der letzten vier Teams auszuscheiden. Genau vor einem Jahr verwehrte Generali Haching dem erfolgsverwöhnten Team vom Bodensee die Fahrt nach Halle. Der Frust sitzt tief im Süden Baden-Württembergs.

Und nicht nur aus diesem Grund weiß Dürens Kapitän Jan Umlauft: „Es wird sehr schwer werden, sie zu schlagen!” Evivos Spieler müssen ihre beste Leistung abrufen, um sich den Traum von der zweiten Fahrt ins Land der Westfalen zu erfüllen. Und auf keinen Fall darf sich das Team von einem eventuellen Satzverlust wie dem ersten im Pokalfinale beeindrucken lassen: 12:25 ging er an den VfB. Doch sowohl Umlauft als auch sein jetziger Trainer und damaliger Mannschaftskamerad Sven Anton sind sich sicher, dass in einem solchen Fall eine Reaktion wie anno 2008 erfolgt: „Im ersten Satz deutlich zu verlieren, ist nicht schlimm”, sagt Umlauft, und erklärt, warum: „Wenn Du 12:25 verlierst, hast du nur deine Schwächen gezeigt.

Der Gegner weiß nicht, wie stark du wirklich an diesem Tag bist.” Und sein Trainer fährt fort: „Du musst erkennen, woran es gelegen hat, die richtigen Schlüsse ziehen und sie umsetzen.” In Halle funktionierte dies ab dem zweiten Satz. Und im vierten Abschnitt bewies speziell der aktuelle Trainer Nervenstärke: „Sven hat mit seinen Aufschlägen den Abschnitt umgebogen”, erinnert sich Umlauft an Antons Aufschlaghagel beim Stand von 23:25, der noch zum 27:25-Satzgewinn führte, als einen der „unbeschreiblichen Eindrücke dieses Tages.”

Nun werden am Mittwoch keine 8000 Zuschauer wie in Halle die Arena füllen. Aber da der Vorverkauf gut läuft, scheint sich doch der Wunsch der Spieler zu erfüllen: 2000 Zuschauer erhoffen sich auch die Funktionäre Evivos, 2000 Fans, die die Arena in ein Tollhaus verwandeln sollen: „Die, die das Viertelfinale gegen den SCC Berlin nicht gesehen haben, haben schon was verpasst”, stellt Umlauft nüchtern fest und will mit seinen Kollegen alles daran setzen, die Fans wieder zu begeistern, mit einem Sieg über den VfB im Duell der ersatzgeschwächten Teams in das Finale einzuziehen. „Wir haben einen Fuß in der Tür, so schnell ziehen wir ihn da nicht heraus”, kündigt Anton trotzig an.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert