Düren - Evivo: Erst Bottrop, dann die schonungslose Analyse

Evivo: Erst Bottrop, dann die schonungslose Analyse

Von: Franz Sistemich
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Hoch die Hände: Die Volleybal
Hoch die Hände: Die Volleyballer von Evivo können aus eigener Kraft die Play-off-Runde erreichen. Deshalb muss Düren heute wie im Hinspiel - Georg Klein und Tim Elsner - gegen Bottrop Foto: sis

Düren. Die Zeiten sind nicht einfach für Trainer, Spieler und die übrigen Verantwortlichen des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren. Die Spieler und der Trainer versuchen zu retten, was zu retten ist: den Einzug in die Play-off-Runde.

Das ist schon schwer genug: Am heutigen Abend dürfte das sieglose Schlusslicht VfB Bottrop eigentlich kein Stolperstein sein. Aber: Das Endspiel nächsten Samstag beim VC Gotha stellt dann schon eine besondere Herausforderung dar: Verpasst Evivo die Play-off-Runde, fehlen Sponsorengelder.

Und im Gegensatz zu früheren Jahren werden die Spieler, wie Geschäftsführer Rüdiger Hein und Erich Bernd Peterhoff, der Geschäftsführer von Hauptsponsor gepe Peterhoff, erklärten, nicht erfolgsabhängig bezahlt. Aufgrund einer Mischkalkulation ergibt sich das Gehalt der Volleyballer. Folglich: „Die fehlenden zusätzlichen Gelder aus der Play-off-Runde, die wir von einigen Sponsoren bekommen würden, täten uns zwar weh, aber sie würden uns aber nicht niederdrücken”, versicherten Hein und Peterhoff am Freitag.

Denn: „Wir haben Gott sei dank sehr, sehr treue Sponsoren”, betont Peterhoff, die sich auch angesichts des wenig berauschenden Saisonverlaufs nicht zurückziehen. „Die freuen sich natürlich nicht über die vielen Niederlagen, aber sie bringen auch angesichts unserer Verletztenmisere Verständnis auf für diese eine Saison, wenn wir die richtigen Schlüsse aus dieser Spielzeit ziehen.”

Kein Selbstläufer

Die richtigen Schlüsse stehen aber erst nach dem letzten Pfiff im letzten Saisonspiel an. Und da hoffen Hein und Peterhoff, dass dieser erst im März und nicht beim Gotha-Spiel am 25. Februar erfolgt.

Erste Voraussetzung: Heute ist ab 19.30 Uhr ein Sieg gegen die RWE Volleys aus Bottrop Pflicht: „Das wird aber kein Selbstläufer”, sagt Söhnke Hinz, „weil die Niederlagen der Gäste immer knapper ausgefallen sind.” Keine einzige Partie haben die Bottroper in dieser Saison gewonnen, die besten Spieler haben sie aus finanziellen Gründen abgeben müssen, aber die Formation spielt unbekümmert weiter, so dass ihr Trainer, der frühere Dürener Coach Igor Prielozny sagte: „Gegen Moers haben wir die beste Leistung unter meiner Regie gezeigt. Wenn wir dieses Niveau gegen Düren und Rottenburg wiederholen können, dann ist sicherlich etwas drin.” Das meint Prielozny ernst, wollen die die Gäste aus dem Ruhrgebiet ihren Abstieg doch mindestens mit einem Sieg versüßen.

Dürens Coach Söhnke Hinz fordert von seinen Schützlingen, die eigenen Stärken abzurufen und nicht an die Misserfolge der Vergangenheit zu denken: „Wir können uns auch aus ihnen motivieren, eben unsere eigenen Stärken abzurufen.” Schließlich möchte Hinz, dass sich seine Spieler Selbstvertrauen holen für die schicksalhafte Partie in Gotha.

Denn sollte Evivo im Osten verlieren, damit die Runde der letzten acht Vereine verpassen, kommt der „Tag der schonungslosen Analyse”, wie Rüdiger Hein die Bilanzierung der Saison formuliert, früher als erwartet. Alles soll kritisch auf den Prüfstand gestellt werden:.„Wir hinterfragen angesichts des Saisonverlaufs alles kritisch: den Trainer unabhängig von seinem Dreijahresvertrag, die Spieler und uns.” Die Worte „und uns” betonten Hein und Peterhoff, wollen sie doch die Verantwortung für den Saisonverlauf nicht allein an Trainer und Spielern festmachen, „Schließlich haben wir mit dem Trainer gemeinschaftlich die Mannschaft aufgestellt, tragen also auch gemeinsam die Verantwortung.”

Keine Zukunft

Klar wird sein: Die Mannschaft hat unabhängig von der Trainerfrage in dieser Konstellation keine Zukunft. Zu jung, zu unerfahren. Das Risiko, das Evivo mit der Verpflichtung von Stefan Hübner eingegangen ist, hat sich angesichts der langen Verletzungspausen des einstigen Weltklassemittelblockers nicht ausgezahlt. Es fehlte der Leitwolf auf dem Feld. So werden die Verantwortlichen an einer neuen, besser ausbalancierten Mannschaft mit mehr Erfahrung basteln, mit Spielern, bei denen der Funken wirklich vom Feld auf die Zuschauerränge überspringen soll: „Das war immer unser großes Plus”, betonten Hein und Peterhoff.

Und wenn Evivo wieder in die Erfolgsspur zurückkehrt, dann dürfte es Sponsoren leichter fallen, Evivo unabhängig vom Netzwerkgedanken zu unterstützen: „Wir haben zur Rückrunde eine sehr große Resonanz erfahren, als Erich Bernd Peterhoff eine neue Sponsorenaktion ins Leben gerufen hat”, verweist Rüdiger Hein auf die Treue der Sponsoren. Ob die Zuschauer auch heute treu zu ihrer Mannschaft stehen? Oder doch lieber Karneval feiern?

Das zusätzliche Sponsorenkonzept Evivos

Um die aktuell schweren Zeiten finanziell besser zu überstehen und in Zukunft wieder bessere Karten im harten Konkurrenzkampf zu haben, hat Evivo Düren eine neue Sponsorenebene eingerichtet. Das „Evivo 1847 Partner”-Konzept richtet sich an Privatpersonen und Unternehmen, die Volleyball in Düren unterstützen wollen, auch wenn sie keinen großen Werbeetat zur Verfügung haben.

Das Konzept ist einfach: Für 184,70 Euro können Interessenten Evivo unterstützen. Der Betrag ist angelehnt an das Jahr der Gründung des Dürener TV, dem Heimatverein von Evivo. Als Gegenleistung erhalten die Sponsoren zehn Freikarten, die sie nach eigenem Interesse nutzen können.

Ebenfalls im Paket enthalten ist eine Urkunde, die sie als 1847-Partner ausweist und zwei Aufkleber. Weiterhin wird ihre Internetseite auf der Seite www.evivo-dueren.de mit einem Logo verlinkt. Außerdem: das Logo wird auf der Evivo-1847-Partnerbande, die bei jedem Heimspiel zu sehen ist, angebracht.

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