Evivo erhält ein neues Gesicht

Von: Franz Sistemich
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Düren. Hunderte Evivo-Anhänger feierten ihr Team frenetisch am Abend des 6. Mai des Jahres 2008 am Bodensee. In das fünfte Finalspiel um die Meisterschaft hatten Dürens Volleyballer Rekordmeister VfB Friedrichshafen gezwungen.

Gut, Evivo konnte den entscheidenden Sieg der „Häfler” nicht verhindern, aber mit zwei Siegen in der heimischen Arena hatten die Mannen von Trainer Bernd Werscheck die Schützlinge von Stelian Moculesu gehörig in die Bedrouille gebracht. Die Zeiten dürften vorbei sein - zumindest vorläufig. „Die Rangfolge in der Bundesliga ist für die nächsten Jahre zementiert”, kommentiert Rüdiger Hein, Evivos Geschäftsführer, die Entwicklung jüngeren Vergangenheit in der Bundesliga.

Nicht nur der VfB Friedrichshafen agiert in völlig anderen finanziellen Dimensionen, der SCC Berlin und Generali Haching haben gewaltig nachgelegt. Und der Moerser Macher Krivec hat, so Hein, gesagt, er sehe keine Wirtschaftskrise.

Haching, berichtet die Münchener AZ, erhält von seinem Hauptsponsor Generali, der nicht der einzige Geldgeber ist, seit knapp zwei Jahren 700.000 Euro pro Jahr. Der 2010 auslaufende Vertrag soll verlängert werden, hat Karl Pfister, der Vertriebsvorstand von Generali, angekündigt. Logisch, dass angesichts des Geldsegens nur vom Versicherungskonzern die Spieler von Haching nach dem Pokalsieg schnurstracks auf die Tribüne zu Pfister eilten, ihm den Pokal in die Hand drückten - und nicht wiederbekamen. Denn der Pott ziert in Zukunft die Generali-Zentrale.

Für Rüdiger Hein ist klar: „Wir können finanziell nicht mit diesen Teams mithalten.” Also gilt: „Wir werden unseren Dürener Weg weiter beschreiten. Und ich bin unseren Sponsoren sehr dankbar, dass sie es uns ermöglichen, diesen Weg gehen zu können, der uns diesen erfolgreichen Volleyball ermöglicht hat.”

Evivos vier wichtigste Sponsoren haben, freut sich Hein, ihre Unterstützung für die kommende Saison zugesagt, mit den anderen Sponsoren laufen die Gespräche teilweise noch. Für die Spielzeit 2008/2009 will Evivo, das seit Einführung der Bundesliga vor 35 Jahren als einziges Team der ersten oder zweiten Liga ohne Unterbrechung angehört, deshalb „ein junges, engagiertes Team aufbauen. Wir werden das Gesicht der Mannschaft weiter verändern.”

Trainer Sven Anton soll 2009/2010 etliche jüngere Spieler trainieren, die von einigen älteren Spielern geführt werden. So könnten sich beispielsweise weiter der Haudegen Ilja Wiederschein und der nachdrängende Sebastian Kühner - wie sie es Mittwoch gegen Haching taten -, gegenseitig pushen.

Rüdiger Hein: „Wir müssen die jetzige Phase nutzen, um wieder ein Team aufzubauen, das die großen Mannschaften ärgern kann.” Auch wenn diese dank ihrer Standortvorteile - die ZF-Werke am Bodensee, der Versicherungskonzern in München oder der SCC als Hauptstadtklub - den Titel wohl unter sich ausspielen.
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