Düren - Emotionaler Schlusspunkt für Evivo Düren

Emotionaler Schlusspunkt für Evivo Düren

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
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y. Foto: Franz Sistemich
Evivo
Jubelt über den Matchball: Dürens Spielmacher Ciaran McGovern.

Düren. Chang Cheng Liu, der Trainer des Moerser SC, lief erzürnt auf das Spielfeld und steckte den Arm durch das Netz. Spieler seines Teams bestürmten die Schiedsrichterin. Die Gäste protestierten heftig gegen Ende des dritten Satzes am Samstagabend in der Arena Kreis Düren, gegen eine Entscheidung der Spielleiterin.

Sabine Witte aber gefielen die Unmutsäußerungen nicht: Sie zeigte MSC-Mittelblocker Oskar Klingner die Rote Karte. Mit einer gravierenden Folge: Das Spiel war aus. Evivo Düren hatte das Duell der Westrivalen 3:0 (25:18, 25:18, 25:21) gewonnen. „Ein solches Ende einer Volleyball-Bundesliga-Partie habe ich noch nie erlebt“, sagte Dürens Kapitän Jaromir Zachrich.

Über das Netz gegriffen?

Was war in diesen letzten Sekunden des Spiels vor 1900 Zuschauern geschehen? Die Moerser, die nach dem Rückzug mehrerer größerer Sponsoren keine Lizenz für die Bundesliga und auch nicht für die Zweite Liga beantragen werden, warfen nach dem 0:2-Satz-Rückstand noch einmal ihr ganzes Engagement und Können in die Waagschale. Lange hielten sie den dritten Satz offen. Nach dem 18:18-Zwischenstand zog Düren aber auf 23:21 davon.

Zwei Punkte fehlten zum Gewinn der Partie. Den ersten Zähler machte Ciaran McGovern. Eine schlechte Feldabwehr der Gäste schmetterte er in das MSC-Feld zurück. Und brachte damit die Moerser auf die Palme: Ihrer Meinung nach hatte er über das Netz gegriffen. Weil die Moerser zu heftig protestierten, zeigte ihnen Sabine Witte die Rote Karte. Diese bedeutete den 25. Punkt für Düren, damit hatte Evivo das Spiel gewonnen. Die „Humba“ war die Folge.

Derweil analysierte Evivos Sportlicher Leiter Goswin Caro zufrieden: „Unsere Jungs haben ein sehr gutes Spiel absolviert. Sie haben schon während des Trainings unterhalb der Woche gezeigt, dass sie Revanche für die 0:3-Niederlage im Hinspiel nehmen wollten.“ Das sah auch Dürens Trainer Michael Mücke: „Die Spieler waren total motiviert. Sie wollten den Sieg vor unseren tollen Fans und haben deshalb hochkonzentriert aufgetrumpft.“

Besonders in den beiden ersten Sätzen übten die Hausherren mit ihren Aufschlägen sehr viel Druck auf die gegnerische Annahme aus. Die Folge: Tobias Neumann, der Moerser Zuspieler, musste in seiner ehemaligen Heimat fast immer die Außenpositionen bedienen. Dort reckten auf der anderen Seite des Netzes immer wieder die Gastgeber unüberwindbar die Arme hoch. „Eben dort, wo wir standen, mussten die Moerser die Bälle hinschlagen“, freute sich Matthias Pompe über die gute Block-, aber auch Feldabwehr. „Im Hinspiel war das noch anders“, schmunzelte er.

Pompe wurde im Übrigen vom gegnerischen Trainer zum wertvollsten Spieler gewählt. Den hatte wohl auch Pompes Aufschlagserie zum Ende des ersten Satzes beeindruckt: Der Außenangreifer führte seine Jungs von 16:15 auf 23:15.

Bereits am Mittwoch müssen Matthias Pompe und Evivo bei Generali Haching das letzte Hauptrundenspiel bestreiten.

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