Die Tiefschläge weggesteckt

Von: Franz Sistemich
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Gesenktes Hauptes auf Hachinger Boden: der enttäuschte Niklas Rademacher wenige Minuten nach dem letzten Ballwechsel. Foto: sis

Düren. „Wir haben viel Kritik einstecken müssen für unseren radikalen Umbruch, aber es steht fest: Er ist uns sehr gut gelungen!”, zog Goswin Caro, der Sportliche Leiter des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren, am Donnerstag eine positive Bilanz der Spielzeit 2009/2010.

Die Zufriedenheit des Mannes hat zwei Gründe:

Nummer 1: Das neuformierte Team drang nach begeisternden Siegen über den SCC Berlin und den VfB Friedrichshafen in das Pokalfinale vor, erreichte auch das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. „Die Mannschaft hat sich durch Platz 3 in der Meisterschaft die Teilnahme am CEV-Pokal mehr als verdient.”

Zufriendenheitsgrund Nummer 2: Die Chemie stimmt wieder zwischen Team und Publikum, Fans und Spielern. „Beide profitieren von einander”, freut sich Caro und erinnert an das Cupendspiel im westfälischen Halle, als weit über 1500 Dürener ihre Mannschaft bis zum letzten Ballwechsel anfeuerten und auch nach der Niederlage feierten: „Das war eine hervorragende Geschichte!”

So gibt es für Goswin Caro nur einen negativen Aspekt: diese unglaubliche Verletztenmisere. Als erster fiel Niklas Rademacher etliche Monate aus, zuletzt traf es Ilja Wiederschein, den Spielmacher, den die Verjüngungskur der Mannschaft sichtbar gut tat. „Wir mussten etliche psychologische Tiefschläge wegstecken, und trotzdem rappelte sich die Mannschaft immer wieder auf”, zollte Caro den Spielern Respekt. Mit einem Namen ist die Dürener Erfolgsgeschichte besonders verbunden: mit Christian Dünnes, dem besten Spieler der Saison. Obwohl der Diagonalangreifer besonders in der Schlussphase der Spielzeit im Angriff oft auf sich alleine gestellt war, hört Caro den Begriff „Evivo Dünnes” nicht gerne: „Dann wären wir auch Evivo Quero gewesen. Nein, das ganze Team hat sich die erfolgreiche Saison erarbeitet.”

Allerdings ist für das Dürener Volleyball-Urgestein auch klar, dass ohne die Verletztenmisere die Spielzeit besser hätte verlaufen können: „Mit Alexander Mayer, da bin ich mir sicher, hätte wir das Pokalfinale gewonnen und hätten wir jetzt im Halbfinale gegen Haching besser ausgesehen.” Gerade im Bereich des Annahme- und Außenangriffs werden die Macher von Evivo Düren ein besonderes Augenmerk auf die kommende Saison legen müssen, zumal Mannschaftskapitän Jan Umlauft sich ganz auf sein Mathematik-Studium konzentrieren will: „Wir brauchen unbedingt für die Position einen starken Spieler, der im Angriff nicht kloppen muss, der aber in der Annahme eine sehr sichere Bank sein muss”, beschrieb Goswin Caro das Anforderungsprofil an den kommenden Neuzugang. Ein Kandidat ist der Brasilianer Tiago Welter.

Der 22-Jährige absolvierte am Donnerstag ein Probetraining. „Wir wollen schließlich das Niveau unserer Mannschaft steigern, um Haching noch mehr Konkurrenz bieten zu können”, beschrieb Caro die Überlegungen der Verantwortlichen hinsichtlich der neuen Evivo-Formation 2010/2011. Ihr soll auch Nicolai Kracht angehören. Der zweitjüngste Evivo-Akteur wurde in den Pokalpartie gegen Berlin und Friedrichshafen ins kalte Wasser geworfen und bestand die Prüfung: „Da wächst was heran.” Und so hofft Caro, dass aktuelle und potenzielle Sponsoren Evivo weiter helfen, den Weg nach oben fortzusetzen.
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