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Die Annahme verändert Evivos Spiel

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
Steht in der Annahme wie eine
Steht in der Annahme wie eine Bank und hat deshalb maßgeblichen Anteil am sportlichen Erfolg von Evivo Düren: der kanadische Libero Blair Cameron Bann. Foto: Jansen

Düren. Evivo Düren hat im Angriff weniger Potenzial als in der vergangenen Saison. Und trotzdem ist Evivo Düren im Angriff besser. Der Grund für diesen vermeintlichen Gegensatz liegt zwei Ballkontakte früher.

Drei Ballkontakte sind im Volleyball pro Mannschaft pro Spielzug erlaubt. Dann muss der Ball über das Netz gespielt werden. Der Ausgangspunkt dafür, dass Evivo bisher so viel stärker spielt als in der vergangenen Saison, ist die Annahme der gegnerischen Aufschläge.

Der kanadische Abwehrchef Blair Bann und der belgische Annahme-Experte Dennis Deroey verleihen Düren eine lange nicht erlebte Sicherheit. „So gut war die Annahme zu meiner Zeit nie”, erkannte Fabian Kohl, der Abwehrchef der vergangenen drei Jahre bei Evivo und nun beim Zweitligisten Solingen, bei seinem Besuch in Düren zuletzt neidlos an. Düren ist in der Annahme der Aufschläge so gut wie seit den Champions League-Jahren 2005 bis 2007 nicht mehr.

Nach dem dritten Spieltag langen Bann und Deroey auf Platz eins und drei der Bundesliga-Statistik in Sachen Annahme. Nach dem 3:0 gegen den VC Dresden am Wochenende dürfte sich der Stellenwert nicht verschlechtert haben. „Die Annahme verändert unser ganzes Spiel”, erklärt Merten Krüger. Der ist für den zweiten Ballkontakt, nämlich das Zuspiel zuständig. Und er ist weit weniger häufig als in der Vergangenheit damit beschäftigt, Wackler beim ersten Ballkontakt zu kompensieren. Deswegen ist Evivo im Angriff variabler und schwerer zu lesen.

Die Volleyballer von der Rur greifen jetzt häufiger über die Mitte an. Dieser Ball bietet die größte Wahrscheinlichkeit auf Erfolg, funktioniert aber nur, wenn der Spielaufbau bis dahin ohne Wackler war. Das ist dank Bann und Deroey immer häufiger der Fall. Für Evivo ein Vorteil, für den Gegner ein Problem. „Wir haben häufiger Einerblock-Situationen”, so Krüger. Das zeigt, dass der Gegner mit seiner Block- und Feldabwehr weniger häufig weiß, wo er sich positionieren soll. In den vergangenen Jahren hatte Evivo bessere Angreifer, war aber leichter auszurechnen.

„Wir haben den Schwerpunkt diesmal sehr bewusst auf die Annahme gelegt”, erklärte der sportliche Leiter Goswin Caro. In der Vergangenheit hat die Priorität Angriff oft funktioniert, in der vergangenen Saison dagegen gar nicht. Deswegen entschied sich Düren für Deroey und nicht für Spieler mit der Priorität Angriff. „Für unsere Gegner ist es schwer, die Achse mit Bann und Deroey zu knacken”, schilderte Caro. Das Team auf der anderen Seite muss im Aufschlag viel riskieren, um Düren in Verlegenheit zu bringen. Viel Risiko bedeutet oft viele Fehler und damit leicht verdiente Punkte.

„Ich denke, dass Düren mich geholt hat, um die Annahme zu stabilisieren”, sagte Dennis Deroey, nachdem die Dresdener ihn am Samstag mit vielen Aufschlägen eingedeckt hatten, ohne den Belgier in Verlegenheit zu bringen. „Ich habe als Libero angefangen. Mir macht dieser Job riesig Spaß”, deutete er an, dass ihn die Tatsache, dass im Angriff seltener eingesetzt wird, nicht wurmt. „Deswegen freut es mich, dass Dennis am Samstag zum wichtigsten Spieler gewählt wurde.

Es geht im Volleyball nicht nur darum, wer den heftigsten Bumms hat. Die Dinge, die Blair Bann und Dennis Deroey mitbringen, sind mindestens genau so wichtig wie spektakuläre Angriffe”, sagte Goswin Caro.
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