Auch der Busfahrer ist enttäuscht

Von: Guido Jansen
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Hier steht der Evivo-Block einmal. Doch am Ende nutzte das ganze Engagement nichts. Foto: Guido Jansen

München. Ein weiter Weg liegt vor Dürens erfolgreichsten Sportlern. Am Montag fahren die Bundesliga-Volleyballer von Evivo von Düren nach Berlin. Das sind satte 650 Kilometer. Ein lange Strecke, die die Mannschaft zurücklegen muss.

Wie weit Evivo noch von dem Niveau entfernt ist, um am Mittwoch beim nächsten Meisterschaftsaspiranten mitzuhalten - das ist nach dem 0:3 bei Pokalsieger Generali Haching die spannende Frage.

Denn ankommen wird die Mannschaft von Trainer Sven Anton in Berlin in jedem Fall. Dank Busfahrer Vincenzo Sorrentino. Der Mann von der Dürener Kreisbahn kennt sich auf deutschen Straßen bestens aus. Und er kennt seine „Kinder” ganz genau. So nennt der Italiener die Spieler. „Die Mannschaft ist gut. Sie kann überall gewinnen”, so der 58-Jährige.

Am Sonntag hat Evivo das allerdings nicht gezeigt. Beim 0:3 in Unterhaching war lediglich der letzte Satz eng. 17:25, 19:25, 22:25 endete das Spiel vor 1300 Zuschauern und fünf Fans aus Düren. „Es läuft einfach noch nicht so gut”, sagt Sorrentino. „Obwohl das heute eine Steigerung war.” Das Projekt, Christian Dünnes in die Annahme einzubauen, damit der Niederländer Michael Olieman ebenfalls angreifen kann, funktioniert noch nicht.

Einerseits, weil Olieman noch nicht auf dem Niveau der besten Bundesliga-Spieler angekommen ist. Andererseits, weil auch Dünnes noch nicht richtig auf der Höhe ist. Nach der WM in Italien hatte der 26-Jährige keine Pause. „Ich denke, dass das ein bisschen viel für ihn ist”, so Sorrentino. Der Italiener kennt den 2,07-Meter-Hühnen gut.

Dünnes hat bekanntlich lange in Italien gespielt, spricht die Sprache fließend. So unterhalten sich Fahrer und Angreifer oft und gerne. Dass Dünnes die Motivation fehlen könnte, weil sein Wechsel nach Haching im kommenden Jahr schon feststeht, glaubt Vincenzo Sorrentino nicht. „Dafür ist Christian kein Typ. Ich glaube viel mehr, dass er unbedingt mit Düren einen Titel gewinnen will, bevor er geht.”

Davon sind Evivo und sein bester Angreifer aber noch weit weg. Nach der hohen Belastung der vergangenen Wochen ist die chronische Entzündung in Dünnes Knie schlimmer geworden. Zeit zum Auskurieren bleibt aber nicht. Der Volleyball-Terminkalender ist eng, bei den Stadtwerken wartet Arbeit. „Das wird schwer, den richtigen Weg zu finden”, so der 26-Jährige. Der Wille ist jedenfalls da.

Den Weg nach Berlin findet Sorrentino, den zum Erfolg müssen die Spieler jedoch selbst beschreiten. Vielleicht hilft da die Erinnerung an den Januar. Damals spielte Evivo trotz großen Verletzungssorgen bärenstark gegen Berlin und gewann das Prestigeduell auswärts mit 3:0. Vincenzo Sorrentino: „Ich bin besser gelaunt, wenn die Jungs gewonnen haben. Und die Stimmung im Bus ist auch viel besser.”

Dass die Trauben im Münchner Vorort hoch hängen würden, war schon vorher klar. Der Pokalsieger aus Bayern hatte zwei Testspiele gegen die italienischen Erstligisten Modena und Piacenza jeweils 3:2 gewonnen. Die italienische Liga gilt als die stärkste Europas.

Haching ist auf europäischem Spitzenniveau angekommen. Evivo muss noch etliche Baustellen abarbeiten. Auf dem Weg nach Berlin und in die deutsche Spitze.
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