Alemannias Volleyballer warten noch auf ihren Zuschuss

Von: Christoph Pauli
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Paukenschläge: Alemannias Vol
Paukenschläge: Alemannias Volleyball-Abteilung muss bald ohne Zuschüsse des Vereins auskommen. Foto: imago/Pressefoto Baumann

Aachen. Erik Meijer machte sich Luft. „Die Abteilungen müssen lernen, auf eigenen Füßen zu stehen. Auf meinen Füßen zu stehen, wird nämlich auf Dauer schmerzhaft.” Noch nicht einmal zwei Jahre ist der mitternächtliche Auftritt von Alemannias ehemaligem Manager her.

Meijers Kritik war säuberlich adressiert an die Volleyball-Abteilung, die vom Stammverein jährlich alimentiert wird. Der Limburger sah das Geld dagegen lieber für die fußballerische Nachwuchsförderung ausgegeben. „Das ist aus meiner Sicht eine Schieflage, über die wir reden müssen.” Schließlich gehörten die meisten der Mitglieder zur Fußball-Abteilung, deren Beiträge würden vom Verein aber für andere Abteilungen ausgegeben, beklagte Meijer damals. Die Worte bei der Jahreshauptversammlung sind noch im Ohr.

Es könnte aber sein, dass die Geschichte ganz anders ausgeht, als es damals absehbar war. Meijer ist mit seinem Kader gerade abgestiegen. Und diese grauenhafte sportliche Bilanz droht zu einem von Alemannias Sargnägeln zu werden.

Der Klub strampelt gerade gegen die drohende Insolvenz an. Einen Fehlbetrag von 3,9 Millionen Euro bis zum Saisonende haben interne Prüfer ermittelt. Externe Experten wollen den Überblick bis Mitte der Woche haben. Erst dann wird feststehen, ob und welche Perspektiven der in der 3. Liga angespülte Verein noch hat.

Eine Insolvenz der Fußballer könnte sich aber durchaus auch auf die Volleyballer auswirken. Die Abteilung mit den starken Bundesliga-Frauen wartet auch noch auf Geld. Die Zusage über den üblichen Zuschuss von 70.000 Euro stammt noch vom alten Vorstand, wurde aber auch vom neuen Präsidium bestätigt.

An diese Zusage werde man sich halten, bekräftigte Präsident Meino Heyen am Montag. „Das Geld ist in unserem Budget, natürlich verlassen wir uns darauf”, sagt Abteilungsleiter Heinz Maubach. Nur: Auch der Mutter fehlt das Geld, der TSV ist ebenfalls nicht flüssig. Aus vielen Abteilungen kommen Klagen, dass selbst kleine Beträge für die Übungsleiter fehlen.

Die Volleyballer sind vertröstet worden, das Geld soll Anfang nächsten Jahres fließen, wenn wieder Mitgliedsbeiträge beim TSV eingehen. Die Saison läuft noch bis März, die Abteilung ist nicht in akuter Gefahr. Was aber passiert, wenn die Insolvenz doch beantragt werden muss? „Ein solcher Schritt hätte keine Auswirkungen auf den Verein”, sagt Präsident Meino Heyen.

Die Auswirkungen wären nur mittelbar, wenn Mitglieder Alemannia aus Unzufriedenheit mit der Entwicklung in der Fußball-Abteilung verlassen. Insofern hängen die einzelnen Abteilungen doch stärker zusammen, als sich Erik Meijer das wünscht.

Mittelfristig ist aber klar, dass die Volleyballer keinen Zuschuss für ihren Gesamtetat von aktuell etwa 550 000 Euro mehr von der Mutter erwarten dürfen. „Das können wir uns nicht mehr leisten”, kündigt Heyen an.
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