Aachen - Blau-Weiss Aachen steigt ab: Abschied mit positivem Ende

Blau-Weiss Aachen steigt ab: Abschied mit positivem Ende

Von: Benjamin Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Hatte alle Trümpfe in der Hand, musste sich am Ende aber Kölns Nummer eins Andreas Seppi denkbar knapp geschlagen geben: Yannik Reuter. Foto: Uwe Jaeckel

Tennis Aachen. Vor dem ersten Ballwechsel gab sich Marc Zander kämpferisch. „So lange es rechnerisch möglich ist, versuchen wir den Abstieg abzuwenden“, kündigte der Aachener Teamchef an. Der Auftakt am Sonntag war vielversprechend, nach den Einzeln stand aber bereits fest: Blau-Weiss Aachen ist aus der Tennis-Bundesliga abgestiegen.

Dass am Ende rund 450 Zuschauer auf der Anlage am Luxemburger Ring jubelten, hatte viel mit den Doppeln zu tun, aber noch viel mehr damit, dass das Tabellenschlusslicht im letzten Heimspiel der Saison beim 3:3 gegen Rot-Weiss Köln den ersten Punkt eingefahren hatte.

Dass die Gäste mit ihren Stars Andreas Seppi und Dustin Brown angereist waren, war keine Überraschung. Überraschend war, und das kann man schon als kleine Sensation bezeichnen, dass Yannick Mertens den Funken Hoffnung auf den Klassenerhalt zum Glühen brachte.

Der Belgier spielte gegen den exzentrischen Deutsch-Jamaikaner Dustin Brown, 177 Plätze liegen in der Weltrangliste zwischen den beiden Kontrahenten. Dass es Mertens war, der sich vom frühen Break, das er beim Stand von 1:1 kassierte, nicht aus der Ruhe bringen ließ, war ebenso ungewöhnlich wie die Tatsache, dass Brown nicht seinen Rhythmus fand und viele leichte Fehler produzierte. Und so nutzte Mertens die erste Chance, die sich ihm bot, um den Satzgewinn perfekt zu machen (6:4).

Auch im zweiten Abschnitt kam kein richtiger Spielfluss zustande, was vor allem an Brown lag, der zwar häufig starke Stopps spielte, aber in den entscheidenden Situation lustlos wirkte. Aachens Nummer zwei ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen und gewann den zweiten Satz 6:3. „Das war eine Wahnsinnsleistung von Yannick“, freute sich Blau-Weiss-Coach Alex Jakubec über die Führung.

Die war allerdings nur von kurzer Dauer: Germaine Gigounon hielt gegen den Australier Gavin van Peperzeel nur in der Anfangsphase gut mit, war am Ende aber chancenlos (3:6, 2:6). „Germaine fehlt im Moment ein bisschen die Spielpraxis. Das merkt man ihm leider an“, sagte Zander über den Belgier, der im bisherigen Saisonverlauf alle Einzel verloren hat.

Nicht viel besser erging es Gigounons belgischem Landsmann Niels Desein: Zwar entwickelte sich im ersten Satz ein offener Schlagabtausch mit Oscar Otte, ein Break beim Stand von 3:4 brachte aber die Entscheidung zugunsten des Kölners.

Desein ärgerte sich so sehr über den Satzverlust, dass er eine Verwarnung bekam, und seine Konzentration hatte so gelitten, dass ihm im ersten Spiel des zweiten Satzes direkt der Aufschlag abgenommen wurde. Zwar kämpfte sich der Belgier in die Partie zurück, am Ende hatte Otte aber erneut die besseren Nerven (3:6, 4:6).

Um das vorzeitige Aus im Abstiegskampf zu verhindern, musste Yannik Reuter im ersten Einzel gegen den Italiener Andreas Seppi gewinnen. Und die Chancen dafür standen nicht schlecht: Der Belgier hatte alle Trümpfe in der Hand, da er in beiden Sätzen führte. In der Schlussphase gab Reuter seinen Vorsprung aber in beiden Fällen aus der Hand (5:7, 5:7). „Wenn man gegen einen Weltklasse-Spieler wie Seppi nur ein bisschen nachlässt, dann kann so ein Spiel kippen“, so Jakubec.

Das Thema Klassenerhalt hatte sich somit schon nach den Einzeln erledigt, die Doppel sollten aber Balsam für die geschundenen Aachener Seelen sein. Zuerst besiegten Desein und Gigounon das Kölner Doppel Brown/Otte (7:6, 6:2). Wenig später zogen Sander Gille und Jannis Kahlke gegen van Peperzeel/Pavol Cervenak nach (6:4, 6:4), so dass sich die Enttäuschung über den Abstieg in Grenzen hielt.

„Uns war klar, dass es heute sehr schwer wird, den Abstieg zu verhindern“, bilanzierte Alex Jakubec, der dem Tag aber auch etwas Gutes abgewinnen konnte. „Es ist schön für das Team und die Zuschauer, dass das letzte Heimspiel mit einem Punkt endet.“ Zander ging sogar noch einen Schritt weiter: „Die Mannschaft hat auch heute wieder gezeigt, dass sie erstligatauglich ist. Leider hatten wir in dieser Saison nicht das nötige Quäntchen Glück, um die Klasse zu halten.“

BW Aachen - RW Köln 3:3 : Yannik Reuter - Andreas Seppi 5:7, 5:7, Yannick Mertens - Dustin Brown 6:4, 6:3, Niels Desein - Oscar Otte 3:6, 4:6, Germaine Gigounon - Gavin van Peperzeel 3:6, 2:6, Desein/Gigounon - Brown/Otte 7:6 (4), 6:2, Sander Gille/Jannis Kahlke - van Peperzeel/Pavol Cervenak 6:4, 6:4

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