Beecker Trainer: „Im Moment leben wir den Traum“

Von: Helga Raue
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Gemeinsamer Beecker Jubel nach dem Ausgleichstreffer von Sebastian Wilms zum 1:1. Foto: Günther Passage

Fußball Wegberg-Beeck. Es war wohl der viel zitierte Dosenöffner: Minute 13 – und Schiedsrichter Florian Heien (Xanten) zeigt auf den Punkt. Lautstark protestierten die nur 418 Zuschauer an diesem milden Oktoberabend, denn der Foulelfmeter war ein Geschenk an den SV Rödinghausen.

Locker überwand Simon Engelmann Stefan Zabel, den Keeper des FC Wegberg-Beeck, zum 1:0. Doch die Gastgeber schlugen zurück, siegten 3:1 (2:1). Und haben damit am 13. Spieltag mit 16 Zählern schon so viele Punkte auf dem Konto wie in der ersten Regionalliga-Saison 15/16, als man als Tabellenletzter nach nur einer Spielzeit wieder runter musste.

„Im Moment leben wir den Traum“, jubelte Trainer Dirk Ruhrig nach einem packenden Spiel. „Das war ein überragender Fight, heute haben wir alles in die Waagschale geworfen. Aufgrund unserer Leidenschaft ist der Sieg verdient.“ Dabei hatte der Morgen mit einer Hiobsbotschaft begonnen: Nico Czichi, dessen Einsatz in der Startelf anstelle des angeschlagenen Stürmers Sahin Dagistan angedacht war, musste kurzfristig krank absagen. So rückte Norman Post in die Startformation. Und Marius Müller, gerade erst wieder von einer Grippe genesen, musste auf die Bank.

Mit einer Spitze

Ruhrig und Teamchef Friedel Henßen setzten gegen den starken Tabellenzweiten auf ein 4-2-3-1- System mit Shpend Hasani als einziger Spitze. Und der junge Stürmer setzte sich gleich zu Beginn in Szene, als er über links durchkam, sich gegen seinen Bewacher durchtankte, aber dann an der aufgerückten Defensive der Gäste doch noch scheiterte.

Wegberg-Beeck war hellwach, und das diesmal von Beginn an. Immer wieder störten die Gastgeber die Gäste früh im Spielaufbau, deren schnelle Konter oft schon vor oder an der Mittellinie nachdrücklich, aber fair unterbunden wurden. Was man von den Gästen zu Beginn nicht immer sagen konnte – allerdings schaute der Unparteiische da großzügig drüber hinweg. Was das Stadion geschlossen gegen ihn aufbrachte. „Schiri, Dankeschön“ waren noch die freundlichsten Rufe von der Tribüne.

Die Gastgeber zeigten sich unbeeindruckt von dem erneuten frühen Rückstand. Im Gegenteil. „Die Jungs hatten Wut und Grell im Bauch nach dem Elfmeter, und haben auch so agiert“, sah auch Ruhrig. Joshua Holtby, der vor der Saison von Rödinghausen aus ins Beecker Waldstadion gewechselt war, schoss einen Freistoß platziert, und Sebastian Wilms (21.) erzielte per Kopf den Ausgleich.

Die Partie war nun völlig offen – die Gastgeber frech, die Gäste einigermaßen konsterniert, obwohl SVR-Coach Alfred Nijhuis schon im Vorfeld vor dem vermeintlichen Underdog gewarnt hatte. Zu Recht. Zwar rettete Post das Remis, als er einen Ball für den schon geschlagenen Zabel noch von der Linie köpfte. Freistehend hatte Holtby die Chance, zu erhöhen, sein Schuss wurde noch abgefälscht. Die nachfolgende Ecke konnte SVR-Keeper Heimann zwar noch abwehren, doch im zweiten Nachschuss traf Sphend Hasani (32.) zur nicht unverdienten Führung.

Die hätte in der Schlussminute der ersten Hälfte sogar noch höher ausfallen können: Beecks Kapitän Maurice Passage startete einen fulminanten Sturmlauf über rechts, sein Schuss wurde in höchster Not ins Außennetz abgefälscht. Und den Nachschuss nach der folgenden Ecke schoss Mark Szymczewski in den Nachthimmel.

Waren sonst die ersten 45 Minuten der Gastgeber oft verhalten gewesen, so mussten sie sich diesmal nach der Pause deutlich wieder sortieren. Die Gäste drängten - und waren vor allem bei Standards gefährlich. Doch bei einem Freistoß von Tobias Steffen (55.) stand die Mauer der Kleeblätter gut. Und dann die vielleicht schönste Szene der Partie: Rödinghausen stürmte, doch noch in der gegnerischen Hälfte eroberte Holtby den Ball, steckte auf Szymczewski durch, der Hasani rechts frei stehen sah: 3:1 (59.) – fast unglaublich, denn die Gäste hatten an diesem Abend eigentlich einen Sieg eingeplant, um zumindest bis Samstagnachmittag wieder die Tabellenspitze zu übernehmen.

Beecker Defensive konsequent

Danach kam Farbe ins Spiel, denn die Partie drohte Heien zu entgleiten. Glück für Markus Bülter, dass es bei Gelb blieb nach seinem derben Einsteigen. Die Gastgeber wehrten sich nachdrücklich – und Rödinghausen fiel immer weniger ein gegen die Beecker Defensive. Man versuchte es zunehmend mit der Brechstange, hatte aber auch damit keinen Erfolg. Die Beecker machten die Räume eng, jeder arbeitete konsequent nach hinten, um die eigene Defensive zu entlasten.

Mit dem Unparteiischen mochte sich im Beecker Waldstadion an diesem Abend keiner mehr anfreunden: Hasani (87.) hatte sich gegen den klammernden Maximillian Hippe durchgesetzt, wurde in höchster Not im SVR-Strafraum zu Fall gebracht – doch Heien verweigerte den Elfmeter. „Wenn der erste für Rödinghausen einer war, dann war dieser aber ganz sicher einer“, ärgerte sich Ruhrig diplomatisch über die Fehlentscheidung. Letztlich war das nicht mehr entscheidend, denn Wegberg-Beeck brachte verdient den Vorsprung über die Zeit.

„Das war wieder eine starke Vorstellung von uns. Diesmal haben wir gut in die Partie gefunden und haben auch die schwächere Phase nach dem Wiederanpfiff gut überstanden“, freute sich Ruhrig.

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